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23-06-2010 Sankt Petersburg
Petersburger Polizei verhaftet elf Rechtsextreme auf einen Schlag
Im Rahmen einer lang vorbereiteten Aktion gelang den Petersburger Fahndern vergangene Woche die Verhaftung von elf Männern im Alter von 19 bis 24 Jahren. Sie werden verdächtigt, an rund zwei Dutzend Anschlägen und Morden während der vergangenen zwei Jahre beteiligt gewesen zu sein.



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Auslöser für die Ermittlungen im grossen Massstab war die Ermordung eines 25-jährigen Studenten aus Ghana im vergangenen Dezember gewesen. Die bestialische Hinrichtung des Schwarzafrikaners wurde von einem Mitglied der Neonazi-Gruppe “”NS/WP Newograd” (Nazionalsozialisten-White Power) aufgenommen und anschliessend im Internet verbreitet.

Mit Hilfe der Internetverbindungen konnte der Täterkreis ermittelt und bald darauf der 17-jährige “Kameramann” verhaftet werden. Weitere Hinweise auf die Täter ergaben sich bei der Untersuchung des Bombenanschlags auf eine Petersburger Vorortsbahnlinie, für den ebenfalls Mitglieder dieser Gruppierung verantwortlich gemacht werden.

Tödliche Jagd auf Ausländer und Obdachlose

Laut Fontanka.ru geht eine ganze Reihe von grösstenteils tödlichen Anschlägen auf Ausländerinnen und Ausländer aus Afrika, dem Irak, Usbekistan und Tadschikistan auf ihr Konto. Ihre Aggression richtete sich aber nicht nur gegen Fremde, sondern auch gegen “Assoziale”, so wird ihnen auch die brutale Ermordung von Obdachlosen zur Last gelegt.

Damit ist eine der wichtigsten und brutalsten rechtsextremen Gruppen Petersburgs dingfest gemacht worden, allerdings ist die Angelegenheit damit nicht abgeschlossen. Im Verlauf der Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass ein Bandenmitglied von ausserhalb nach Petersburg geschickt worden war, um hier eine rechtsextreme Gruppe aufzubauen und Attentate zu organisieren – nach diesen Hintermännern wird nun gesucht.
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]