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12-07-2010 Sankt Petersburg
Ein Jahr nach dem Verbot - das Glücksspiel blüht im Petersburger Untergrund


Genau vor einem Jahr wurden offiziell sämtliche Spielcasinos und -Klubs geschlossen – nur noch in vier Zonen innerhalb Russland sollte Glücksspiel erlaubt sein.




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Laut Fontanka.ru wurde dieses Gesetzt kaum in die Praxis umgesetzt. Roulette und Black Jack – ob klassisch oder am Computer – werden mehr oder weniger Versteck weiter gespielt. Rettung für die Salonbetreiber ist eine Gesetzeslücke, die Lotto- Spiele zulässt. Dank dieser Regelung arbeiten viele der früheren Klubs ohne auffällige Leuchtreklamen und Firmenschilder weiter. In solchen “Lotterieklubs”, von denen es in der Stadt 70 bis 100 geben soll, wird teilweise durchaus sauber gemäss staatlicher Einschränkungen gespielt, aber vielerorts gibt es einarmige Banditen und Glücksspiele, die sich auf dem Computer betreiben lassen. Hinzu kommt das Glücksspiel auf dem Internet, das international per Zahlungsservice abgewickelt wird und sehr schwierig zu kontrollieren ist. Zahlungsportale wie zum Beispiel “Qiwi” hat der russsiche Staat bereits im Visier.

Aber auch die ganz schicken Petersburger Spielsalons mit Croupiers und Champagner sind nicht verschwunden. Das ehemalige “Vegas” am Manegeplatz, das jetzt unter “Ruslotto” läuft, wird weiterhin betrieben. Das “Klub-Kasino Papanin”, nennt sich jetzt nur noch “Klub Papanin”, doch die Roulette-Kugel soll hier rollen wie zuvor, ebenso wie hinter den Türen des “Taleon-Klubs” an der Moika. Eine besondere Nische bilden die Fährschiffe, die nach Petersburg verkehren – auch hier blüht das Glücksspiel.
[ eva/Sankt Petersburger Herold ]