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14-08-2004 Sankt Petersburg
Gergijew: Das Mariinskij-Theater befindet sich in "voller Kampfbereitschaft"
Der künstlerische Leiter des Mariinskij -Theaters in St. Petersburg, Walerij Gergijew, ist der Auffassung, dass jetzt, fast vier Jahre nach dem verheerenden Brand, das Ensemble sich endlich "in voller Kampfbereitschaft" befindet und den Anforderungen an ein europäisches Operntheater entspricht, schreibt die Zeitung Iswestia.

Nach Auffassung des Dirigenten hat das Mariinka, wie es umgangssprachlich genannt wird, nun alle Möglichkeiten des Experimentierens, kann junge moderne Regisseure und Choreografen engagieren. Gergijew bedauert allerdings, dass es sehr schwierig ist, einen jungen, herausragenden Choreografen zu finden. Der Dirigent verwies auf die kürzliche Inszenierung des Stücks "Ein Leben für den Zaren". Ihm zufolge ist das Stück seiner Handschrift und seiner Ausrichtung nach näher dem, was heute alle großen westlichen Theater machen. Für ein weiteres bemerkenswertes Werk des Theaters hält er das Stück "Samson und Dalila" von Olga Borodina. Auf einen anderen Stern der russischen Opernszene eingehend, nämlich auf Anna Netrebko, schwärmte der Maestro, sie ist "sehr talentiert, ernsthaft und einfach ein guter Mensch" und, wie man sagt, "ein ehrlicher Künstler". Das schwerste für einen jungen Künstler ist es, nach seiner Meinung, mit der Hysterie der Massenmedien fertig zu werden, die dem Erfolg auf dem Fuß folgt und gleichzeitig ernsthaft behindert.

Auf die Festival-Szene in Russland eingehend, gesteht Gergijew ein, dass es auf diesem Gebiet lange nichts gab, was an die großen Festivals der Welt anknüpfen würde. Jetzt jedoch, so der berühmte Dirigent, muss man schon niemanden mehr von ihrer Existenz überzeugen, weder Kritiker noch Beamte. Salzburg war immer eine Garantie für hohes Niveau, und darum zeugt eine Teilnahme russischer Künstler an diesem Festival davon, dass wir "immer, wie man das nennt, in das Finale der Weltmeisterschaften gelangen", so der Maestro. "Wir stehen jetzt vor einer Herausforderung. Wir wollen hochklassiges Theater machen, wollen bei Unterstützung der großen Unternehmen gute Festivals organisieren", unterstrich Gergijew. Gegenwärtig, so der Maestro, unterstützt Gasprom die Festivals des Theaters. (RIA)