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20-12-2004 Sankt Petersburg
Chinesen bauen ein Chinatown in Sankt Petersburg
Ein großartiges Projekt mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Dollar wird ein chinesischer Investor in Sankt Petersburg verwirklichen. Auf einer Fläche von 205 Hektar im Stadtbezirk Krasnoselski, nur vier Kilometer vom Konstantinowskij-Palast, der Petersburger Residenz Wladimir Putins, entfernt,

will die Schanghaier Industrie- und Investitionsgesellschaft ein chinesisches Quartal errichten. Erstmals setzt China ein Projekt von solchem Ausmaß im Ausland um. Am heutigen Montag soll das architektonische Konzept des Megakomplexes der Stadtverwaltung vorgelegt werden, teilt die „Finansowyje iswestija" mit.

"Das wird ein moderner hochtechnologischer Megakomplex von europäischem Niveau sein", berichtete der Chefarchitekt des Projektes von Seiten Russlands, Sergej Nikitin, der Zeitung "Finansowyje iswestija". Auf den Illustrationen zum Bauplan sind Hochbauten aus Glas und Beton, grüne Rasenflächen und gemütliche Häuser, riesige "kosmische" Metallkonstruktionen und Luxushotels an der Küste des Finnischen Meerbusens zu sehen.

Der Komplex schließt ein Wohnviertel für 35 000 Personen, eine Handelszone mit Hypermärkten, Boutiquen und Restaurants sowie ein Hotel- und Bürozentrum und einen Park ein, in dem 50 Prozent Grünanlagen und die übrigen 50 Prozent Vergnügungs- und Geschäftseinrichtungen sein werden. Dort werden unter anderem Ausstellungshallen, Klubs, Sportplätze, ein Aquapark und Freilichtbühnen Platz finden.

Der chinesische Megakomplex mit seinen vier Schulen, fünf Kindergärten, sechs Bibliotheken, einem "Haus des Kinderschaffens" einer Kunstschule, zwei Polikliniken und einer Unfallstation wird im Grunde eine "Stadt in der Stadt" sein. Die Chinesen nennen ihr Bauwerk Baltic City oder Baltic Pearl. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Sommer beginnen und werden fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Wie ein ranghoher Beamter in der Verwaltung des Stadtbezirkes Krasnoselski der Zeitung berichtete, seien die Ortseinwohner in Panik, die Abgeordneten des Stadtparlaments seien "weder über den wirtschaftlichen noch über den demographischen noch über den kommerziellen Aspekt des Projektes im Bilde". (RIA)