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26-10-2010 Sankt Petersburg
Galli-Theatergruppe in Sankt Petersburg in Kooperation mit dem DRB an der Petrikirche


Unter der Regie des Deutsch-Russischen Begegnungszentrums an der Petrikirche (DRB) wurde in St. Petersburg eine Theatergruppe der Galli-Company ins Leben gerufen, die sich der Aufführung von Märchen in deutscher Sprache widmen wird. Damit soll an den örtlichen Schulen das Interesse für die deutsche Sprache und Kultur in unterhaltsamer Form geweckt werden.




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Die Räumlichkeiten für Proben werden vom DRB, dessen Leiterin Arina Nemkowa ist und die sich vor Ort um organisatorische Fragen kümmert, zur Verfügung gestellt.

Im Vordergrund seiner Projekte sieht Johannes Galli vor allem den pädagogischen Gedanken. In allen Stücken und Inszenierungen, seien diese für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, liegt eine bestimmte Philosophie zugrunde: Im Spiel ist der Mensch wirklich. Nach Galli „Nur wer spielt, lernt!“ Deshalb liegt das besondere Augenmerk des Projekt-Initiators auf Märchen, die eine Fülle von Symbolen bieten und individuell interpretiert sowie strategisch zur Konfliktbewältigung und Problemlösung benutzt werde können. Im Hinblick darauf soll das geplante Theater-Projekt in Kooperation mit dem DRB St. Petersburg zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs eingesetzt werden.

Im Rahmen der Projektwoche zwischen dem 2. und 7. Oktober dieses Jahres bot sich für die St. Petersburger ein Vorgeschmack auf die Arbeit des Galli-Theaters, nach deren Methodik auch die DRB-Theatergruppe arbeiten wird.

Als Auftaktveranstaltung am 2. Oktober gab Johannes Galli selbst sein Bühnenprogramm „Der Mythos des Moments“ in den Räumen des DRB zum Besten. Im Saal des Begegnungszentrums lauschten etwa 80 gespannte Zuschauer seinen Ausführungen über Handlungsaufbau, Symbolsprache und aktuelle gesellschaftliche Bedeutung von Mythen und Märchen.

Weiterhin gastierte zwischen dem 4. und 7. Oktober „Der Froschkönig“ bzw. sein englischsprachiges Pendant „The Frog Prince“ an sieben Schulen in St. Petersburg. Bei der Vorbereitung dieser Gastspielreise haben den Organisatoren die Akademie für postgraduale Lehrerfortbildung und das Bildungskomitee der Stadtverwaltung St. Petersburg geholfen. Dieses von Galli leicht modifizierte und trotzdem vertraute Märchen setzt sich mit der Angst-Thematik auseinander. „Angst ist ein großes Unheil auf der Welt“, belehrte der weise König seine Tochter und damit alle Anwesenden im Saal. Die Kernbotschaft dieses Stücks und zugleich die drei Regeln, die der König seiner Tochter mit auf den Weg gibt, lautet dabei „Hinschauen, Atmen, Tun!“.

Die Kommunikation dieser Botschaft wird primär durch das Spiel der Darsteller übertragen. Interessant und faszinierend ist die Tatsache, dass das Stück dabei ohne Bühnenbild auskommt und auch der Einsatz von Requisiten ausgesprochen minimalistisch ausfällt.

Noch im Oktober dieses Jahres wird Mascha Polyak, Leiterin der neu gegründeten dreiköpfigen Theatergruppe nach Deutschland reisen, um sich dort weiter in die Theaterarbeit einweisen zu lassen. Zunächst werden drei Märchen ins Repertoire aufgenommen, die spätestens bis Weihnachten bühnenreif sein sollen: „Rotkäppchen“, „Schneewittchen“ und „Der Wolf und die Sieben Geißlein“. Diese sollen ausschließlich in deutscher Sprache aufgeführt werden. Dazu wird der DRB auch eine Didaktisierung der Texte vornehmen, um LehrerInnen Materialien und Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung der Aufführungen an die Hand zu geben. Auch Workshops dieser Art sind im Gespräch. Ferner wird überlegt, andere Begegnungszentren in den GUS-Staaten ebenfalls mit den Texten und Materialien auszustatten.

Die Arbeit und Aktivitäten des DRB liegen unter anderem in Angeboten und Sprachseminaren zur Erhaltung des kulturellen und sprachlichen Erbes. Die kommunikative Lehrmethodik und qualifizierte Deutschlehrer sorgen am Deutsch-Russischen Begegnungszentrum an der Petrikirche für individuellen Umgang mit den Kleinen sowie spielerisches Lernen und Erwerb der deutschen Sprache mit Hilfe von Liedern. Darüber hinaus gibt es im DRB eine Theatergruppe, in welcher Einsatz vorhandener Sprachkenntnisse, darstellende Kunst sowie öffentliche Aufführrungen vereint werden. Näheres auf www.drb.de

Resümiert lässt dich sagen, dass insgesamt die Projektwoche zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten verlief, die sich gerne der Bilanz von Daisy Jane Ehrlich, Leiterin des Galli International Büro, zu sehen in der Rolle der Prinzessin, anschlossen: „Es war ein außergewöhnliches Erlebnis.“
[ Kathrin Heller, Viktorija Schäfer, Praktikantinnen am Deutsch-Russischen Begegnungszentrum / russland.RU ]
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