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16-12-2010 Sankt Petersburg
Das Eis steht still und schweiget – an Petersburgs Dächern wachsen die Eiszapfen


Nachdem die erste Schneewelle bewältigt schien, sorgte das Tief “Monika” für neue riesige Schneeberge und lange Eiszapfen an den Dächern. Die Räumdienste sind diesen Schneemengen trotz verbesserter Ausrüstung und Organisation ganz offensichtlich nicht gewachsen. Wie im vergangenen Jahr haben darunter vor allem die Fussgänger zu leiden, die sich vielerorts über verschneite Trampelpfade und Eisblasen fortbewegen müssen.




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An Rekordtagen passierten laut Fontanka.ru über 120 Auto-Unfälle wegen Schnee und Glatteis auf Petersburgs Strassen und 47 Mal wurde der Notarzt wegen Stürzen von Passanten aufgerufen. Gewachsen sind nicht nur die Schneeberge, sondern auch die Eiszapfen – diese Gefährliche Pracht hat in den letzten Tagen vier Mal für Verletzte gesorgt. Im schwersten Fall wurde ein Kleinkind am Auge verletzt. Ein Mann und eine Frau verletzten sich beim Sturz von Dächern, die sie von Schnee und Eis befreiten.

Wundermittel gegen Eiszapfen: Wärme-Isolation

Wie schon im letzten Jahr suchte man nach einem Gegenmittel gegen das Eis an den Dächern. Während der Vorschlag der Gourverneurin, die Eiszapfen per Laserstrahl zu beseitigen längst als Witz die Runde macht, wurde eine wesentlich realistischere, billigere und nachhaltigere Lösung gefunden. Die “Firma Baltek SPB” erhielt den mit einer Million Rubel dotierten Preis für ihre Isolationswolle. Wie in den meisten westeuropäischen bereits üblich, sollen die Dächer und Dachstühle mit diesem Material wärmeisoliert werden. Dadurch wird die Dachregion kalt und trocken gehalten, und die Eiszapfen entstehen gar nicht.

Neben ihrer Bedrohung sieht man die Eiszapfen aber auch als winterlichen Schmuck. Die Nachrichtenseite Fontanka.ru sammelt Bilder der schönsten, grössten und längsten Eiszapfen >>>

[ eva /Sankt Petersburger Herold ]