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26-01-2011 Sankt Petersburg
Dacheinsturz bei “Okey”-Supermarkt – ein Todesopfer


Das Dach der “Okey”-Filiale bei der Metrostation “Oserki” im Norden von Petersburg stürzte gestern Abend um 20.30 Uhr auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern ein, schreibt Fontanka.ru. Nach bisherigen kam dabei eine Angestellte ums Leben, 14 Personen wurden verletzt, von ihnen mussten zehn ins Krankenhaus eingeliefert werden.




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Die Unfallstelle wird untersucht, es wird vermutet, dass der viele Schnee auf dem Dach des Gebäudes das Unglück verursacht hat. Noch am selben Abend traf eine Delegationen mit Mitgliedern der Bezirksregierung und Gouverneurin Valentina Matwijenko am Unfallort ein. Sie versprach, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und streng zu bestrafen.

Die Dächer der “Okey”-Supermarktkette werden von einer spezialisierten Firma unterhalten. Am 5. Februar vor einem Jahr drückten die Schneemassen das Dach eines unbenutzten Gebäudes der Kirow-Werke auf einer Fläche von 500 Quadratmetern ein, wobei niemand zu Schaden kam. Am 23. Februar 2010 schloss IKEA seine beiden Petersburger Filialen vorübergehend, weil ein Einsturz der Dachkonstruktion befürchtet wurde.

Schnee seit Winterbeginn nicht entfernt

Das Unternehmen, das den Supermarkt gebaut hat, gab bekannt, dass die Schneelast auf dem Dach alle Normen überschritten habe und der Schnee vermutlich seit Winterbeginn nicht entfernt worden sei.

Als man das Gebäude 2001 projektiert habe, hätte für das Dach eine Norm von 100 Kilo pro Quadratmeter Tragfähigkeit gegolten. Später sei sie auf 140 Kilo erhöht worden – doch die momentane Schneemasse mit einer Dicke von einem Meter Schnee bewirke schätzungsweise einen Druck von schätzungsweise 180 Kilo pro Quadratmeter.

Firma zahlt Schmerzensgeld

Offenbar hatte die zuständige Firma am Unglückstag das Dach besichtigt und die Räumung noch am selben Tag angekündigt, aber nicht durchgeführt. Mittlerweile hat der Katastrophenschutz die Suche nach möglichen Opfern abgebrochen. Die Firmenleitung hat sämtlichen Opfern eine finanzielle Abfindung versprochen – den Verletzten je 250.000 Rubel (rund 5100 Euro), den Angehörigen des Todesopfers 1,5 Millionen Rubel (rund 30.000 Euro).

Für den heutigen Tag hat “Okey” sämtliche Geschäfte in St. Petersburg geschlossen – wohl um die übrigen Gebäude auf ihre Sicherheit zu untersuchen. Das hat an gewissen Orten zu einer kleinen Versorgungskrise geführt. Die Leute stehen Schlange vor den kleinen Quartierläden, die ihrerseits Nachschubprobleme haben.
Bild: www.oksupermarket.ru
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]