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02-02-2005 Sankt Petersburg
Das Murmeltier aus dem Leningrader Zoo hat "seinen Tag" verschlafen
Am Tag des Murmeltieres hat der Bobak (Steppen-Murmeltier) aus dem Leningrader Zoo geschlafen.
Den Tag des Murmeltieres, der in Russland dank dem gleichnamigen Film breit bekannt wurde, begehen die USA am 2. Februar. An diesem Tag sagt das Murmeltier Phil aus dem Städtchen Punxsutawney einem Aberglauben nach das Wetter voraus.


Wenn das Murmeltier nach dem Verlassen seines Nestes den eigenen Schatten sehe, heißt es in der Sage, wenn es sich also um einen sonnigen Tag handelt, werde es sich für weitere sechs Wochen schlafen legen. Wenn er keinen Schatten abwerfe, sei der Frühling bald zu erwarten.

Die Tradition reicht in deutsche Riten zurück. Freilich war darin nicht das Murmeltier, sondern der Dachs die Hauptfigur, und sein Verhalten wurde nicht im Februar, sondern im März beobachtet.

In Europa konkurrierten Bären und Igel, die ebenfalls ihre Winterruhe halten, mit dem Dachs bei der Wettervoraussage.

"Der Bobak, der schon seit vielen Jahren im Leningrader Zoo lebt, hat gar nicht die Absicht, im Februar zu erwachen. Die Petersburger Winter sind viel länger und kälter als die in Pennsylvanien. Der Bobak schläft im Heu. Die Igel, die in Höhen überwintern, denken ebenfalls nicht daran, vor Frühjahrsanfang zu erwachen, und nach ihren Begriffen wird er erst im März, mit der frühlingshaften Erwärmung, kommen", erzählte Topoljanski.

Wie er sagte, sei ein Petersburger Murmeltier in einem rauhen Winter bei 30 Grad minus auf die Straße gegangen, ein wenig hin- und hergelaufen und habe sich wieder in sein Schlafloch begeben.

Der Petersburger Bobak hat keinen Eigennamen, die Mitarbeiter des Zoos nennen ihn einfach "Surok" (Murmeltier). "Er ist seit mehreren Jahren bei uns. Aber ich würde nicht sagen, dass er alt wäre, eher ist er kein Jüngling mehr", erzählte Topoljanski und fügte hinzu: Das Murmeltier habe vorläufig kein Paar, aber der Erwerb eines weiblichen Murmeltieres sei vom Leningrader Zoo geplant.