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02-02-2005 Sankt Petersburg
Sankt Petersburg will ausländische Studenten in Schutz nehmen
Bei der Stadtregierung von Sankt Petersburg ist ein - erster in Russland - Rat für Angelegenheiten der ausländischen Studenten gegründet worden.

An seine Spitze trat der Vizegouverneur von Sankt Petersburg, Sergej Tarassow. Der Rat wird Maßnahmen zum Schutz der Interessen der ausländischen Studierenden koordinieren und für die Bildung eines positiven Ausländer-Images in den Augen der Stadteinwohner sorgen. Ihrerseits hoffen die Hochschulen, dass das neue Gremium die Sicherheitskräfte dazu veranlassen wird, reell gegen die Skinheads zu kämpfen, schreibt die „Nowyje iswestija".

Die Entscheidung über die Gründung des Rats wurde am Dienstag von der Petersburger Stadtleitung getroffen.

Nach der Zahl der ausländischen Studenten (über 10 000) rangiert Sankt Petersburg auf Stelle eins in ganz Russland. Jährlich zahlen die Ausländer rund 90 000 Millionen Dollar an Studiengebühren. Dabei werden sie nicht selten Opfer von Extremistenüberfällen.

Dem Rektor der Sankt Petersburger Technischen Universität Michail Fjodorow (an dieser Hochschule studieren 1200 Ausländer) zufolge wurde im vergangenen Jahr ein 20-jähriger Vietnamese von gewalttätigen Jugendlichen totgeschlagen. Sein Mord löste eine regelrechte Revolte unter ausländischen Studierenden in Sankt Petersburg aus: Sie sperrten die Straßen und forderten Sicherheitsgarantien.

Der Rektor der Russischen staatlichen hydrometeorologischen Universität Lew Karlin meinte, dass der Rat vor allem „die Miliz arbeiten lassen muss".

Die Mitglieder der Rats sind der Ansicht, dass ein ähnliches Gremium auch auf föderaler Ebene gegründet werden muss. (RIA)