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30-08-2004 Sankt Petersburg
Skandal um Wiederaufnahme von „Nordost"-Vorstellungen
Die Truppe des ersten patriotischen russischen Musicals „Nordost" hat sich vom Schlag erholt (bei der Geiselnahme im Moskauer Theaterzentrum 23. bis 26. Oktober 2002 waren 129 Personen ums Leben gekommen, rund 700 Zuschauer und Vorstellungsteilnehmer waren in Mitleidenschaft gezogen worden) und beschlossen,

die Vorstellung wieder ins Leben zu rufen, eine mobile Version zu schaffen und diese in Russlands Städten zu zeigen, schreibt die „Rossijskaja gaseta" am Montag. Als erster Punkt wurde Sankt Petersburg gewählt.

Mit der Direktion des Music-Hall-Theaters wurde ein Vertrag geschlossen, am 24. September wurde eine Wiedergeburt der Vorstellung erwartet. Die vor kurzem ernannte neue Music-Hall-Direktorin, Anschela Chatschaturjan, erkannte aber den, nach ihrer Ansicht, „knechtenden" Vertrag nicht an, in der 2. August-Hälfte entstand dann die Version, das Theatergebäude sei auf einmal in einen Havariezustand gekommen. Die „Nordost"-Administration erhielt keine offiziellen Dokumente darüber.

Chatschaturjan ist der Ansicht, dass es „unanständig ist, auf den Knochen der Toten zu tanzen". Außerdem habe „Nordost" keine technischen Unterlagen vorgelegt, die die technische Sicherheit der Vorstellung garantieren würden. Georgi Wassiljew, einer der „Nordost"-Autoren, teilte der „Rossijskaja gaseta" mit, Chatschaturjan hätte sich geweigert, die Dokumente anzunehmen, die ein verantwortlicher Mitarbeiter von „Nordost" auf Anforderung der Theaterdirektion ihr einzureichen versuchte. „Jemand in der Stadtverwaltung will nicht, dass ‚Nordost' gezeigt wird", meinte Wassiljew.

Die „Nordost"-Autoren wandten sich schriftlich an die St. Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko und die Präsidentenadministration im Zusammenhang mit der beispiellosen Aktion, die in Petersburg gegen die Vorstellung unternommen wird. Aus dem Problem wird langsam ein Politikum, stellt die Zeitung fest. (RIA)