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23-03-2005 Sankt Petersburg
Zeichnung und Aquarell in Russland. 18. Jahrhundert
Am 24. März eröffnet das Russische Museum im Michailowski-Schloss (Ingenieursschloss) die Ausstellung “Zeichnung und Aquarell in Russland – 18. Jahrhundert”.

Es ist der erste Teil des Zyklus “Drei Jahrhunderte russische Zeichnung 18. bis 20. Jahrhundert”. Gezeigt werden über 130 Exponate aus der reichen Sammlung des Museums, viele von ihnen werden zum ersten Mal ausgestellt.

Aus seinem ebenso grossen wie vielfältigen Schatz von über hunderttausend Zeichnungen und Aquarellen des Russischen Museums können rund dreitausend dem 18. Jahrhundert zugeordnet werden – einer Epoche, in der sich die russische Kunst der europäischen Kultur annähert und deren System der dreidimensionalen Darstellung übernimmt. Die Sammlung von Werken aus dieser Zeit ist um so wertvoller, als dass Zeichnungen zu dieser Zeit selten aufbewahrt und noch seltener gesammelt wurden und ein Grossteil später den Kriegen und Unruhen in Russland zum Opfer fiel.

Davon wird nun eine Auswahl von rund 130 Exponaten von rund 60 russischen oder in Russland arbeitenden Autoren mit einem grossen Spektrum verschiedenster Motive gezeigt. Besonders selten sind gezeichnete Porträts aus dieser Epoche, darum bilden die Porträts von Peter dem Grossen und Katharina II. von Schubin und Lewicki eine Besonderheit der Ausstellung. Stellvertretend für die Entstehung der Akademien im 18. Jahrhunderts stehen die Modellzeichnungen, die ein besonders vielseitiges und interessantes Bild der Frauen jener Epoche zeichnen.

Erste gezeichnete Veduten von St. Peterburg und architektonische Abbildungen bilden einen weiteren Haupteil der Ausstellung - die Stadt Petersburg, seine Paläste und Festungsanlagen sowie Ansichten der beleuchteten Stadt, die die Vorliebe für Feuerwerk der damaligen Gesellschaft aufzeigen, sind darin enthalten. Ein einzigartiges Beispiel dafür, dass nicht nur Bauten sondern auch Kunstwerke zeichnerisch festgehalten wurden, sind die Darstellungen von Exponaten der Kunstkammer, dem ersten Kunstmuseum der Stadt. Sie erlauben heute eine genaue Rekonstruktion der Sammlung. Abgerundet wird das Ganze durch Landschaftsbilder, welche beispielsweise die Umgebung von Gatischina oder die Halbinsel Krim zeigen, sowie durch Historienbilder, darunter die Szene der Enthüllung des Denkmals von Peter dem Grossen 1782, dem ehernen Reiter von Falconet.

In der Ausstellung ist eine ganze Reihe Zeichnungen bekannter Architekten des 18. Jahrhunderts vertreten: Rastrelli, Quarengi, Woronichin und de Thomon. Neben bekannten Autoren tauchen immer wieder Werke unbekannter Herkunft auf – sie zuzuordnen, ist eine grosse Herausforderung für die beteiligten Mitarbeiter des Museums. Oft ergeben sich erst im Lauf der Zeit neue Hinweise und Quellen.