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18-04-2005 Sankt Petersburg
Sankt Petersburg kann zum russischen Detroit werden
In diesem Jahr gab nicht nur Toyota, sondern auch DaimlerChrysler die Absicht bekannt, ein Automobilwerk bei Sankt Petersburg zu errichten. Der deutsch-amerikanische Konzern will mindestens 100 Millionen Dollar in das Projekt stecken, schreibt die Wedomosti.

Vorige Woche kündigte Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Berater des DaimlerChrysler-Präsidenten, an, eine endgültige Entscheidung über Herstellung von Mercedes-Pkw in Russland könne demnächst getroffen werden. Ein Beamter in der Stadtverwaltung von Sankt Petersburg bestätigte die Verhandlungen mit DaimlerChrysler. Doch habe sich der Konzern weder auf ein Grundstück festgelegt noch auf den Zeitpunkt, wann eine endgültige Entscheidung getroffen werden soll, sagte er.

Der Chef des Komitees für technische Regulierung des Verbandes der russischen Automobilproduzenten, Igor Korowkin, ist der Ansicht, dass DaimlerChrysler zuerst ein Montagewerk bauen wird, in dem jährlich rund 20 000 Fahrzeuge zusammengebaut würden. Ein voller Produktionszyklus würde den Konzern zwischen 300 und 400 Millionen Dollar kosten. Sankt Petersburg sei ein idealer Standort für den Bau eines Automobilwerkes, meint Korowkin. Die Zulieferteile könnte man über den Petersburger Hafen exportieren und so den Transportweg verkürzen. Die Zulieferer werden aber nicht sofort dem Konzern folgen. Damit deren Produktion rentabel wird, müsse der Konzern mindestens 100 000 Fahrzeuge im Jahr herstellen.

Analytiker der Firma Metropol neigen zu der Meinung, dass DaimlerChrysler Fahrzeuge der C- und E-Klasse montieren wird, die populärsten in Russland. Ihrer Prognose nach könnte der deutsche Konzern bis zum Jahr 2010 seinen Absatz in Russland auf rund 30 000 Fahrzeuge im Jahr steigern. Neben DaimlerChrysler will sich auch Toyota bei Sankt Petersburg niederlassen. Dafür muss der japanische Autohersteller zuerst eine entsprechende Absichtserklärung mit der Stadtverwaltung und dem Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel unterzeichnen. Zuerst will Toyota 25.000 Fahrzeuge im Jahr herstellen. Etwas mehr - 35.000 Fahrzeuge im Jahr - werden im Werk Ford produziert, das 2002 in Wsewoloschsk bei Sankt Petersburg eröffnet wurde. (RIA)