Poroschenko ersetzte ein Bild Putins auf der „The economist“-Titelseite durch sein eigenes

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Der ukrainische Präsident Petr Poroschenko lässt offenbar keine Gelegenheit aus, sich vor der Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Nachdem er bei dem Embargo gegen russische Waren als „ukrainischer Schokoladenkönig“, der einer seiner Nebenberufe ist, besonderen Wert auf das Einfuhrverbot für russisches Konfekt legte, sorgte er für den ersten „Klops der Woche“ im neuen Jahr. Am Sonntag lösten russische und ausländische Medien einen handfesten Skandal aus, als sie darüber informierten, dass auf einer Twitter- Veröffentlichung des Präsidenten der Ukraine eine eingescannte Titelseite der Zeitschrift „The Economist“ zu sehen ist, auf der die wichtigsten Persönlichkeiten der Welt dargestellt sind. „Die Welt im Jahr 2017“ ist dort als Überschrift zu lesen. Außer Obama und Merkel konnte man, gleich neben dem britischen Premier Davis Cameron, ein Foto Poroschenkos entdecken.

Sehr bald stellte sich heraus, dass es sich um eine Collage der aktuellen Ausgabe von „The Economist“ mit dem Hauptthema „The World in 2016“ handelt und auf deren Titelseite die nach Meinung der Redaktion einflussreichsten Menschen des neuen Jahres als Gruppe dargestellt sind und dass dort anstelle von Petr Poroschenko der russische Präsident Wladimir Putin abgebildet ist.

Auf dem Foto des Twitter-Accounts von Poroschenko liegt auf dem Tisch neben der Zeitschrift ein Weihnachtsbaum-Schmuck und der Kommentar des ukrainischen Präsidenten lautet: „Einige Geschenke nehme ich nicht als Kompliment, sondern als persönliche Verantwortung wahr. Ich füge sie der Tagesordnung an den Feiertagen hinzu“.

Ein Twitter-User kommentierte: „Fotoshop ist alles“. Andere schrieben, dass der ukrainische Präsident offensichtlich ärztliche Hilfe braucht. Ein weiterer meinte, dass Poroschenko „auf hinterfotzige Weise auf die Titelseite kommen wollte“.

Man kann vermuten, so schreibt die Moskauer Zeitung „MK“, dass Poroschenko das Titelbild der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ändern ließ, um zu demonstrieren, dass er für 2017 plant, eine international führende Figur zu werden. „Aber das kam wirklich irgendwie seltsam an“, stellte das Blatt fest.
(Hartmut Hübner/russland.ru)

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.