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21-11-2006 Russischer Pressespiegel von RIA
Pressespiegel aus Russland 21.11.2006
"Nesawissimaja Gaseta": Gazprom bremst Investitionspläne in Deutschland

Der Exekutivdirektor der deutschen Gazprom-Tochter, GAZPROM Germania GmbH, Hans-Joachim Gornig, hat bekanntgegeben, dass der russische Energiekonzern seine Investitionspläne in Deutschland vorerst auf Eis legt, berichtet die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.




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Branchenexperten schließen jedoch nicht aus, dass Gazprom bald wieder mit dem Kauf von Aktiva in Deutschland beginnen wird.

Wie Gornig betonte, ist die Verringerung des Gazprom-Interesses für Investitionen in Deutschland mit "politischen Rahmenbedingungen" verbunden, weil die Energiemärkte in Deutschland zunehmend vom Staat geregelt werden. Die europäischen Beamten planen nämlich für den 1. Juli 2007 eine verbindliche Liberalisierung des Energiemarktes, mit der die vollständigen Wertschöpfungsketten - von der Förderung bis zum Endabnahme - zerstört werden. Vorerst ist das offizielle Berlin nicht bereit, Gazprom als einen Ausnahmefall zu behandeln.

Wie Gazprom-Pressesprecher Denis Ignatjew erklärte, "wird kaum ein Investor Vermögenswerte teuer kaufen wollen, die er morgen billig wird verkaufen müssen". Nach den Worten von Sergej Tschelpanow, Vizegeneraldirektor der Gazprom-Tochter - Gazprom Export, "schaffen die nichtmarktwirtschaftlichen Einmischungsmethoden, die die europäischen Regierungen praktizieren, eine Gefahr für die stabile Energieversorgung und eine Bedrohung für die Energiesicherheit Europas".

"Gazprom beschloss nun, seine Investitionen zu stoppen, bis Russland und die EU Bedingungen des neuen Rahmenabkommens über Partnerschaft und Zusammenarbeit ausgehandelt haben", meint Alexej Belogorjew, Experte des Instituts für Probleme der natürlichen Monopole.

"Europa ist nicht der einzige Ort, wo Gazprom investieren könnte", sagt der Analyst. "Russland verfügt über umfangreiche Investitionsmöglichkeiten in Asien, darunter in China, Japan und Indien. Auch exotischere Energiemärkte in Afrika und Lateinamerika könnten in Frage kommen."

In absehbarer Zukunft wird aber die Gasbranche Europas dennoch das attraktivste und kalkulierbarste Objekt für russische Investitionen bleiben, so Belogorjew.

"Wedomosti": Projekt mit Risiken - Basic Element baut Kupfer in Afghanistan ab

Die Holding Basic Element (Basowy Element, BE) wird an einem Ausschreiben über den Abbau des afghanischen Kupfervorkommens Ainak teilnehmen, dessen Vorräte auf 240 Millionen Tonnen Erz (Kupfergehalt 2,3 Prozent) geschätzt werden.

Wie die Tageszeitung "Wedomosti" am Dienstag berichtet, werden außerdem eine kanadische, zwei chinesische, je eine indische, amerikanische und kasachische Firma sich am Ausschreiben beteiligen. Das Ergebnis wird in zwei Monaten bekanntgegeben.

"Das ist ein gutes Vorkommen mit einem hohen Kupfergehalt", sagt Viktor Kargun, Leiter des Afghanistan-Sektors des Orientalistik-Instituts der Russischen Wissenschaftsakademie. "Erz liegt dicht unter der Erdoberfläche und ist leicht förderbar. In den 70er Jahren haben sowjetische Fachleute an der Erkundung des Vorkommens teilgenommen. In den 80er Jahren wurde geplant, gemeinsam mit den Afghanen ein Kombinat dort zu bauen und Kupfer nach Europa zu exportieren."

Zugleich verwies der Experte jedoch auf beträchtliche politische und wirtschaftliche Risiken. Nach seinen Worten operieren gerade in der dortigen Provinz Logar Kampfeinheiten des ehemaligen Premiers Gulbuddin Hekmatyar, der zu den stärksten Gegnern des jetzigen Präsidenten Hamid Karzai zählt und früher zu den odiösesten Mudschaheddin-Anführern gehörte, die gegen die Sowjettruppen in Afghanistan kämpften.

Nach Ansicht des Marktanalysten Denis Nuschtajew aus der Investitions- und Finanzgesellschaft Metropol gibt es allerdings noch unruhigere Staaten wie Nigeria, Kongo und Ghana, in denen ausländische Unternehmen dennoch aktiv sind. In Bolivien wurden die Öl- und die Bergbauindustrie überhaupt nationalisiert. In Afghanistan dagegen "führe alles auf die Herstellung eines zivilisierten Staates hin".

Wie Aton-Analyst Wladimir Katunin meint, könnte ein Vorkommen mit solchen Vorräten eine Jahresproduktion von rund 220 000 Tonnen Kupfer im Laufe von 20 Jahren gewährleisten. Der Bau des Kombinats wird nach seinen Worten auf mehr als 200 Millionen Dollar geschätzt, die Förderung könnte in fünf Jahren beginnen. Der Abbau des Vorkommens wird bei einem Tonnenpreis von 1 100 bis 1 200 Dollar rentabel sein. 2006 wird der Durchschnittspreis nach seiner Prognose bei 6 800 Dollar und 2011, wenn die Förderung beginnen kann, bei 3 300 Dollar pro Tonne liegen.

"Kommersant": Russland öffnet Luftfahrtmarkt für WTO-Beitritt

Nach dem Abkommen mit den USA über den WTO-Beitritt hat sich Russland bereit erklärt, die Importzölle für die ausländischen Flugzeuge und Ersatzteile beträchtlich herabzusetzen.

Laut Expertenprognosen wird der russische Markt für zivile Flugzeugtechnik in den kommenden Jahren von westlichen Herstellern beherrscht, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag.

Im Laufe von vier Jahren nach dem WTO-Beitritt soll Russland die Einfuhrzölle für die ausländischen Großmaschinen von 20 auf 7,5 Prozent herabsetzen. Die Einfuhrzölle für Ersatzteile, einschließlich der Triebwerke, werden im Durchschnitt von 20 auf fünf Prozent herabgesetzt. Außerdem wurde vereinbart, dass die Zölle der Leasing-Maschinen mit maximal 50 bzw. 115 bis 160 Passagieren ebenfalls radikal reduziert werden. Derzeit machen alle Zölle und die Mehrwertsteuer für die ausländischen Maschinen in Russland 40 Prozent ihres Preises aus.

Mit der Ausnahmeregelung für Flugzeuge mit 50 bis 115 Passagieren will Russland das Projekt des Regionalflugzeugs Sukhoi SuperJet100 (75 bis 110 Passagiere) schützen. Es wird auf 1,6 Milliarden Dollar geschätzt, von denen die Hälfte der Staat übernehmen soll.

Die neuen Regelungen werden direkt nur das Groß-Langstreckenflugzeug Il-96 treffen. Gemäß einem Föderationsprogramm "Entwicklung der zivilen Flugzeugtechnik Russlands" sollten bis zum Jahr 2015 bis zu 37 Maschinen dieses Typs verkauft werden. Laut einer Schätzung der Gesellschaft Deloitte & Touche bringt aber die Produktion einer Il-96-Maschine Verluste in Höhe von zehn Millionen Dollar, weil die Serie dieser Flugzeuge zu klein ist.

Bei den Maschinen im Bereich zwischen 115 und 160 Fluggästen konkurrieren hauptsächlich Boeing 737 und Airbus A320 gegeneinander. Eine analoge russische Maschine des Typs Tu-154 wird seit 2003 nicht mehr hergestellt. Die noch in den 90er Jahren entwickelten Passagierflugzeuge des Typs Tu-334-200 (für 126 Fluggäste) und Tu-204-300 (für 160 Fluggäste) werden nicht mehr serienmäßig hergestellt.

Nach den russischen Regierungsplänen soll das MS-21-Projekt den Maschinen vom Typ A320 und Boeing 737 gegen 2016 die Stirn bieten. Nach Ansicht der meisten unabhängigen Experten ist aber Russland nicht in der Lage, dieses Programm selbständig zu verwirklichen. Nicht zufällig erwähnte Boris Aljoschin, Chef der Industriebehörde Rosprom, vor kurzem eine eventuelle gemeinsame Projektzusammenarbeit mit Airbus bzw. mit China.

Laut Expertenprognosen wird der russische Markt der zivilen Flugzeuge in den nächsten Jahren von westlichen Herstellern eingenommen. In zehn bis 15 Jahren werden 67 Prozent der in Russland eingesetzten Langstrecken- und 85 Prozent der Mittelstreckenmaschinen aus ausländischer Produktion stammen.

"Bisnes": Expansion auf US-Markt - Evraz kauft Oregon Steel Mills

Das russische Hüttenunternehmen Evraz Group hat die US-Gesellschaft Oregon Steel Mills für 2,3 Milliarden Dollar gekauft.

Die Ambitionen der russischen Stromholding, die bereits den amerikanischen Vanadium-Hersteller Stratcor erworben hatte, werden vom Großunternehmer Roman Abramowitsch finanziell abgesichert, der kürzlich erst zu einem Evraz-Teilhaber geworden ist, berichtet die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Dienstag.

Von den 2,3 Milliarden werden nur 500 Millionen Dollar aus dem Evraz-Kapital stammen, der Rest sind Darlehen. Das Geschäft soll noch von Kartell- und sonstigen Kontrollbehörden gebilligt werden. Die Jahresproduktion der "Vereinigten Gesellschaft" wird sich 2006 auf mehr als 16,8 Millionen Tonnen Stahl belaufen.

"Der Erwerb von Oregon Steel Mills wird eine sichere Plattform für die Erschließung des nordamerikanischen Marktes durch Evraz bieten", stellte Alexander Frolow, Vorsitzender des Direktorenrates von Evraz Group, fest. "Wir werden uns unter anderem eine beachtliche Präsenz in der wachsenden Rohrproduktion in den USA und Kanada sichern. Außerdem könnte die 'Vereinigte Gesellschaft' zu den weltweit größten Gleisbauern werden."

Jim Declusin, Präsident und Exekutivdirektor von Oregon Steel Mills, verwies seinerseits darauf, dass der Zusammenschluss seinem Unternehmen Möglichkeiten für die weitere Entwicklung, vor allem zusätzliche Finanzressourcen, bieten wird. Damit meinte er das Finanzpotential von Evraz, das nach dem Erwerb vom 41-prozentigen Anteil durch die von Roman Abramowitsch kontrollierte Investmentgesellschaft Millhouse Capital beachtlich gewachsen ist.

Der Reingewinn von Oregon Steel Meels in den ersten neun Monaten des Jahres belief sich auf 127,9 Millionen Dollar bei einem Erlös von 1,13 Milliarden Dollar. Der vorjährige Erlös von Evraz Group betrug 6,5 Milliarden Dollar und der Reingewinn 905 Millionen Dollar.

"Gazeta.Ru": Steuertricks - Kapital flüchtet aus Russland und kehrt als Investition zurück

Die Investitionen, die in den ersten neun Monaten 2006 nach Russland geflossen sind, haben die Kapitalabwanderung ausgleichen können, berichtet Gazeta.Ru am Dienstag.

Im Zeitraum von Januar bis September gab es in Russland 35,32 Milliarden Dollar an Investitionen, während die russischen Kapitalanlagen im Ausland 34,6 Milliarden Dollar betrugen. Aber russisches Geld bleibt nicht lange im Westen - es fließt in Steueroasen, um nach Russland zurückzukehren.

Vor allem das rapide Wachstum der russischen Investitionen im Ausland hat dabei geholfen, den Kapitalzufluss mit der Kapitalabwanderung ins Gleichgewicht zu bringen. Nach Angaben des russischen Statistikamtes wuchsen die russischen Kapitalanlagen im Ausland im Zeitraum von Januar bis September um 51,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Auslandsinvestitionen in Russland legten dabei lediglich um 31,7 Prozent zu.

Eine ausgeglichene Investitionsbilanz sei seit Jahren zu beobachten und zeuge davon, dass sich in Russland eine offene Wirtschaft etabliert hat, "die das Geld sowohl aufnehmen als auch zurückgeben kann", sagt Jewgeni Nadorschin von der Investmentbank Trust.

Doch diese Zahlen entsprechen nicht unbedingt der Realität. "Das sind Bruttozahlen, die auch kurzfristige Kredite mit einschließen", sagt Jelena Matrossowa, Direktorin des Zentrums für Makroökonomische Studien der Beratungsfirma BDO Unicon.

Um ein richtiges Bild zu bekommen, müsse man die Angaben zum akkumulierten Kapital nehmen, d. h. Angaben zum Umfang der Auslandsinvestitionen nach Rückzahlung der Kredite und nach Neubewertung der Aktiva.

"Ungeachtet des beträchtlichen Bruttoumfangs verbleiben die Auslandsinvestitionen für immer längere Zeit in Russland, hauptsächlich in Form von Krediten", sagt Matrossowa. Der Umfang der akkumulierten Auslandsinvestitionen in Russland sei von Januar bis September um 18,163 auf 129,998 Milliarden Dollar gestiegen. Die akkumulierten russischen Investitionen im Ausland wuchsen in diesem Zeitraum um 2,745 auf 10,020 Milliarden Dollar.

"Daraus ist ersichtlich, dass ausländische Investitionen in Russland für längere Zeit verbleiben als russische Investitionen im Ausland", sagt Matrossowa.

Bankexperte Nadorschin sieht in dem regen Verkehr des russischen Kapitals den Wunsch, sich den Steuern zu entziehen. Bei den Investitionen, die aus Zypern, den Niederlanden oder Jungferninseln nach Russland fließen, handle es sich keinesfalls um ausländisches Kapital, sondern um russisches Geld, das zuvor aus dem Land abgewandert war. [ RIA Novosti ]

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