Großbritannien - Russland: Vorsichtige Hoffnung auf Tauwetter unter Präsident Medwedew
Britische Medien
äußern am heutigen Montag ihre vorsichtige Hoffnung darauf,
dass es dem am 2. März gewählten russischen Präsidenten Dmitri
Medwedew gelingen wird, die Krise in den russisch-britischen
Beziehungen zu überwinden.
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Die aktuellsten Probleme in den bilateralen Beziehungen
bestehen gegenwärtig in der Schließung der regionalen
British-Council-Büros in Russland und in der Weigerung der
russischen Behörden, den russischen Staatsbürger Andrej Lugowoi
auszuliefern, der von der britischen Seite beschuldigt wird,
Ex-Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko in London getötet
zu haben.
Wie die "Guardian" schreibt, habe der britische Premier
Gordon Brown daran gezweifelt, ob er Medwedew zum Wahlsieg
gratulieren soll. Der ehemalige außenpolitische Berater des
Labour-Kabinetts, David Clark, riet Brown, bei seinem Telefonat
mit Medwedew maximal umsichtig zu sein und nicht den falschen
Eindruck entstehen zu lassen, Großbritannien nehme seine
Vorwürfe an Russland zurück.
Alle Medien verweisen zugleich darauf, dass Dmitri
Medwedew zu einer neuen Politiker-Generation gehört: Er ist
jung und steht in keiner Beziehung zu den Geheimdiensten. "Der
42-jährige Medwedew wird zum jüngsten russischen Staatschef
seit Zar Nikolaus II. und zum ersten Präsidenten, der nicht auf
der Treppe der Kommunistischen Partei bzw. des KGB aufgestiegen
ist", stellt die "Times" fest.
Laut dem "Times"-Kommentators wäre Medwedew in der Lage,
ein "neues Gesicht" Russlands zu zeigen - das Gesicht eines
Liberalen, der "die Interessen der Mittelschicht vertritt, mit
der jungen Unternehmer-Generation eine gemeinsame Sprache
spricht und gegenüber seiner Umgebung offener steht." "Nach
einem derart komplizierten Jahr könnte nun die Einstellung
Moskaus zur Außenwelt milder werden", schreibt das Blatt.
Zugleich stellt die "Times" fest, dass Medwedew vorerst
über kein reales politisches Gewicht verfüge. "Er hat alles
Herrn Putin zu verdanken, einem Staatschef, der sich von ihm in
puncto Temperament, Background und Ideologie stark
unterscheidet", so die Zeitung.
"Viele Bürger Russlands stellen sich nun die Frage, ob
Herr Medwedew oder Herr Putin, der nun Premier werden soll, zur
stärksten Figur in Russland wird", betont die "Financial
Times". "Zugleich äußern sie ihre Zweifel daran, dass es dieser
Figur gelingt, die Versprechungen zu erfüllen - unter anderem
die Macht des Gesetzes und die Freiheiten wiederherzustellen,
die in der Putin-Zeit zerstört wurden", fügt die Zeitung hinzu. RIA Novosti