Japanische Politologen hoffen auf bessere Beziehungen zu Russland nach Machtwechsel im Kreml
Japanische Experten
haben ihre Hoffnung auf eine Verbesserung der
russisch-japanischen Beziehungen nach dem Wechsel an der
russischen Machtspitze geäußert.
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„Mit einer Lösung der Probleme in den russisch-japanischen
Beziehungen kann man in nächster Zukunft zwar kaum rechnen,
andererseits werden die sich anbahnenden wirtschaftlichen
Differenzen mit China Russland zwangsläufig zu einer stärkeren
Annäherung mit Japan führen“, äußerte Shigeki Hakamada,
namhafter Russland-Experte und Professor an der Universität
Aoyama Gakuin.
Eine ähnliche Meinung äußerte Kenro Nagoshi, Leiter der
Außenpolitischen Abteilung der Nachrichtenagentur Jiji Press,
in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Asien ist heute für Russland
überaus wichtig“, betonte er. „Unter den asiatischen Ländern
hat Japan am meisten von dem zu bieten, was Russland braucht.“
„Die Beziehungen werden sich höchstwahrscheinlich
verbessern, wovon bereits die Absicht des Premiers Yashuo
Fukuda zeugt, Moskau im Mai zu besuchen.“
Laut Nagoshi ist mit Fortschritten beim territorialen
Problem zwar kaum zu rechnen, „die Wirtschaftsbeziehungen
werden aber zweifellos eine weitere Entwicklung erfahren“.
Zugleich äußerten sich die Experten skeptisch zum
geplanten Machttandem Medwedew-Putin. „Dies entspricht nicht
gerade der russischen Mentalität, die nur ein Oberhaupt
anerkennt - einen Zar, einen Führer, einen Generalsekretär oder
einen Präsidenten“, so Professor Hakamada. Die jüngsten
Äußerungen verschiedener Amtspersonen und die bisherige
Arbeitsbiographie Medwedews zeugen davon, dass die russischen
„Silowiki“ nicht gerade bereit sind, sich Medwedew zu fügen.
„Deshalb wird Medwedew auf Putin hören und seinen Anweisungen
folgen.“
Insofern „wird Putins Kurs eine Zeit lang fortgesetzt,
weil er weiterhin die Hebel des Einflusses auf die bewaffneten
Strukturen in der Hand hat“. „Solange Medwedew die Situation
mit der Unterordnung des Verteidigungsministeriums, des
Sicherheitsdienstes FSB, des Innenministeriums sowie der Zoll-
und der Steuerorgane nicht geregelt hat, wird er kein echter
Präsident“, fügte der Professor hinzu. „Insofern wird er Putin
im Schlepptau folgen müssen. Wäre Sergej Iwanow zu Putins
Nachfolger gewählt worden, wäre diese Notwendigkeit nicht so
akut gewesen. Er wäre dann ein echter unabhängiger Präsident.“
Auch Nagoshi äußerte die Auffassung, dass Putin Russland
wie ein „Rücksitzfahrer“ regieren würde. „Dmitri Medwedew ist
zwar ein versierter Technokrat, er hat aber keine politischen
Erfahrungen und keinen Einfluss auf die bewaffneten Strukturen
Russlands, insofern wird er es nicht leicht haben.“ RIA Novosti