Russische Filmtage 2016: Ein anderes Bild von Russland

Foto: Pressefoto Filmtage 2016Foto: Pressefoto Filmtage 2016
image_pdfimage_print

Münster/Düsseldof – Revolution und Alltag, Internet und Schamanismus, Außenseiter und Helden – Die Russischen Filmtage 2016 eröffnen vom 28.02. bis 20.03.2016 neue Perspektiven auf ein Land voller Gegensätze und Geschichten. In Münster bereits zum achten und in Düsseldorf zum dritten Mal.

Auch in diesem Jahr präsentieren die Russischen Filmtage wieder ausgewählte Autorenfilme.Dabei reicht das Spektrum vom unbequemen Dokumentarfilm über poetische Zeitstudien bis hin zur temporeichen Komödie. Alle Filme waren zuvor auf den großen Filmfestivals in Venedig, Rom, Berlin und Rotterdam zu sehen. Die Russischen Filmtage zeigen sie im russischen Original mit deutschen Untertiteln. Publikumsgespräche mit den Filmschaffenden werden das Programm begleiten.

Über die Suche nach der eigenen Identität…

Gerade in Zeiten schwieriger politischer Beziehungen sollen die Russischen Filmtage zu einem offenen und vorurteilsfreien Dialog auf zivilgesellschaftlicher Ebene beitragen. Die gezeigten Filme spiegeln nicht nur die Vielfalt des aktuellen russischen Kinos, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Diskurse, die das Russland von heute prägen. Gleich drei Filme im Programm blicken auf die russische Geschichte.

So nimmt Sergej Loznitsas Dokumentarfilm „Das Ereignis. August 1991“ einen historischen Wendepunkt neu ins Visier. Wer waren die wirklichen Gewinner des gescheiterten Putschversuchs gegen Gorbatschow? Bereits 2015 war der vielfach preisgekrönte Regisseur mit seinen Film „Maidan“ bei den Russischen Filmtagen zu Gast. Mitten in der politischen Tauwetterperiode der 1970er Jahre spielt Michail Segals “Film über Aleksejew“. Mit feiner Ironie erzählt er von einer Künstlerexistenz zwischen Versuch und Scheitern, Widerstand und Anpassung. Ein dunkles Kapitel der Geschichte setzt Alexej Fedortschenko in Szene. „Engel der Revolution“ thematisiert die Zwangsbekehrung der sibirischen Völker zum Kommunismus in einer abgründigen Komödie.

Vor grandioser Naturkulisse erzählt der aus Hollywood bekannte Regisseur Andrej Kontschalowskij „Die weißen Nächte des Postboten“. Ausschließlich mit Laiendarstellern aus der Region gedreht, schildert der Film die fragile Welt der kleinen Leute in poetischen Bildern. Vom Dorf geht es in die Hochhausvorstadt: Mit Andrej Sajzews „14+“ präsentieren die Russischen Filmtage ein turbulentes Liebesdrama für Jugendliche und Erwachsene. Romeo und Julia in Zeiten der sozialen Medien – in diesem Fall mit Happy End.

Die Russischen Filmtage Münster, veranstaltet von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Münster, dem Filmclub Münster und dem Filmmuseum Düsseldorf, sind inzwischen eine feste Größe in der nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft. Sie zeigen,dass sogar hier ein reges Interesse an russischen Filmen, auch abseits des Mainstreams, besteht.

Das komplette Filmprogramm, sowie aktuelle Informationen zu den Filmen und Vorführterminen finden Sie auf der Website der Fimtage.