Russland steht im Fußball-EM-Finale – vorerst beim Futsal in der Halle

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Bei der Futsal-Europameisterschaft in Serbien hat Russland sich in das Finale gekickt. Im Range eines Mitfavoriten besiegten die Russen in einem superspannenden Duell die Gastgeber und treffen nun im Endspiel auf Spanien, das in der Minivariante des großen Spiels in Europa führend ist. Deutschland war in Serbien nicht dabei, denn es hat nicht einmal eine Nationalmannschaft.

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, erfreut sich besonders in Südamerika sowie in Süd-und Osteuropa großer Beliebtheit – der Hallenkick Fünf gegen Fünf auf ein Handballtor mit einem gepolsterten Ball. Während in Deutschland dem traditionellen Hallenfußball gefrönt wird, hat die FIFA den Futsal („Futebol de Sala“ = „Saalfußball“) zum alleinigen offiziell anerkannten Indoor-Kick erkoren. Es gab bereits sieben Weltmeisterschaften, und aktuell läuft die zehnte EM.

Russland holte 1999, bei der zweiten EM in der Geschichte, den Titel in dieser Sportart, die im Russischen gern als „Minifußball“ bezeichnet wird. In den Folgejahren gab es dann vier Silber- und zwei Bronzemedaillen. Neben Spanien, Portugal und Italien gelten die Russen in Europa als geheime Favoriten; weltweit haben (natürlich) die Brasilianer als fünffache Weltmeister die Nase vorn.

Großes Kino vor „feindlicher“ Kulisse

Im aktuellen Wettbewerb hatte die Mini-Sbornaja sich den Gruppensieg (gegen Kasachstan und Kroatien) geholt und dabei, besonders in der Offensive, nicht allzu sicher ausgesehen. Im Viertelfinale folgte dann ein souveränes 6:2 gegen Aserbaidschan. Einen wahren Thriller gab es dann im Halbfinale, ausgerechnet gegen den Gastgeber mit seinem fanatischen Anhang auf den Rängen.

Die beiden Teams waren sich ebenbürtig, es wurde gefightet, was das Zeug hielt. Folgerichtig stand es am Ende 2:2 und es ging in die Verlängerung. Dort hatte Russland das bessere Ende weg und konnte einen weiteren Treffer erzielen. Das Match war geprägt von einigen, vorsichtig formuliert, seltsamen Schiedsrichterentscheidungen und einer (ebenso nicht nachvollziehbaren) Roten Karte gegen Eder Lima. Der wird Russland im „Traumfinale“ gegen Spanien am Samstag um 21.00 Uhr MEZ in Belgrad nun bitter fehlen.

[sb/russland.RU]