Russland und Saudi-Arabien einigen sich auf Einfrieren der Ölproduktion

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[Von Florian Rötzer] – Um einen weiteren drohenden Preisverfall zu verhindern, kam es zu einer unverbindlichen Absprache der Länder mit gegensätzlichen geopolitischen Interessen.

Die Not führt zu erstaunlichen Koalitionen. Obgleich Ländern mit gegensätzlichen geopolitischen Interessen haben sich Saudi-Arabien und Russland, die beiden größten ölproduzierenden Länder, zusammen mit Katar und dem vor dem Bankrott stehenden Venezuela überraschend geeinigt, die Förderung auf dem gegenwärtigen Niveau einzufrieren – wenn weitere große ölproduzierende Länder auch mitmachen.

Das ist kein großer Schritt, der zudem nicht bindend, sondern bloß eine Absichtserklärung ist, aber damit soll zumindest ein Versuch gestartet werden, einen weiteren Preisverfall zu verhindern. Zu einer Verringerung der Förderung konnte man sich offensichtlich nicht durchringen, zumal auch nur einige Opec-Länder überhaupt bereit waren, eine Begrenzung anzukündigen. Die kurzzeitig angestiegenen Ölpreise haben denn auch gleich wieder nachgegeben, Hoffnung auf eine Veränderung lässt sich daraus noch nicht ableiten. Notwendig wurde der Schritt vermutlich vor allem, weil nun der Iran nach dem Ende der Sanktionen durch den Atomdeal begonnen hat, wieder Öl auf den Weltmarkt zu bringen.

Saudi-Arabien hatte sich lange gesträubt, die Fördermengen zu begrenzen oder überhaupt nur davon zu sprechen, was besonders Venezuela gefordert hatte. Manche vermuteten dahinter die Strategie, die USA, die aufgrund der hohen Preise den Markt mit Fracking-Öl flutete, austrocknen zu wollen. Auch wenn diese Absicht vermutlich nicht dahinterstand und es vermutlich nur darum ging, den Marktanteil zu halten, haben die abgesackten Ölpreise nun dafür gesorgt, dass Ölquellen in den USA nun nicht mehr profitabel zu betreiben sind, viele Fracking-Bohrungen eingestellt wurden und Pleiten in größerem Ausmaß drohen.

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