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05-02-2010 Wirtschaft
RUSSISCHE DIREKTINVESTITIONEN IN DER EUROPÄISCHEN UNION – TEIL 2


WAHRNEHMUNG, REALITÄT UND HERAUSFORDERUNG

von Prof. Dr. Paul Sanders, Burgundy School of Business, Dijon Paris

Ursachenbestimmung

Die objektiven Ursachen für die westliche Resistenz gegenüber russischen Direktinvestitionen sind zunächst strukturell durch die mangelnde Diversifizierung der russischen Wirtschaft bedingt.



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So entstammen ein Großteil der in der EU getätigten russischen Investitionen der Energie-, Rohstoff- und Metallbranche. Als ein Beispiel kann man die erfolgreiche internationale Expansion von Akteuren wie SEVERSTAL, RUSAL und NORILSK NICKEL anführen. Außer diesen Sparten tun sich auf den internationalen Märkten, wie schon zu Sowjetzeiten, lediglich russische Rüstungsprodukte hervor. Diese Zweige sind deckungsgleich mit den privatisierten sowjetischen Großunternehmen und stoßen aufgrund ihres Innovationsmangels auf weit weniger Akzeptanz in westlichen Investitionsempfängerländern als z.B. Hightech-Investitionen. Hinzu kommt, dass die OECD-Länder diese Industriesparten schon mehrere Jahrzehnte als unrentabel und irrelevant abgeschrieben haben. Das Auftauchen russischer Investoren ist deshalb unerwartet und spielt protektionistischen Tendenzen in die Hände. Andere Industriebereiche wie die russische Fertigprodukt- und Konsumgüterindustrie stoßen an wirtschaftliche Barrieren aufgrund ihres Mangels an Wettbewerbsfähigkeit.

Hauptausschlaggebend dafür ist nicht ausschließlich die Qualität, sondern auch die zu geringe finanziellen Ausstattung der russischen Hersteller, deren fehlende internationale Erfahrung und Marketingkompetenz. So gab es in den 90er Jahren durchaus erfolgreiche Neueinsteiger in Neue Technologien – hier ließe sich das Beispiel der 1997 gegründeten Unternehmensgruppe Kapersky Lab anführen - in den Einzelhandel oder in die Nahrungsmittel-, Getränke- und Genussmittelindustrie. Einer großen Anzahl dieser neuen Akteure gelang der Markteintritt in andere Länder, insbesondere in die GUS-Staaten und nach Osteuropa. Allerdings handelt es sich dabei in der Regel um Sparten, die mit einem relativ geringen Startkapital auskommen. Das Gros der russischen Industrieproduktion - kapitalintensive Sparten wie die darniederliegende russische Automobilindustrie - konnte weder von der hoher Inlandsnachfrage ab 1999 profitieren noch war an Diversifizierung im Ausland zu denken. Was die Automobilindustrie betrifft hätte eine Verbesserung der Wettbewerbsposition umfangreiche Investitionen in Netzwerke aus Zulieferern und Dienstleistungsunternehmen nötig gemacht, also in die spezialisierte Produktion, die Automobilhersteller in der Regel wettbewerbsfähig macht. Und dieses Manko der russischen Automobilhersteller bot ausländischen Investoren wie Ford oder General Motors die Möglichkeit in die Bresche zu springen.

Die größte Rolle in der Resistenz gegenüber russischen EU-Direktinvestitionen spielt allerdings der politische Kontext. In einem allgemeinen Sinne ist die kritisch bis ablehnende Haltung vieler westlicher Empfängerländer gegenüber russischen Investitionen als Abwehrreaktion gegen die Infragestellung der seit dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Interessens- und Wohlfühlgemeinschaft zwischen USA und Westeuropa zu verstehen. Gleichzeitig ist die europäische Haltung Ausdruck von Angst vor einer Globalisierung, die das Stadium der einseitigen Transfers von den Industriestaaten in die Schwellen- und Entwicklungsländer überwunden hat und nunmehr in beide Richtungen geht.

Ähnlich wie die amerikanischen Ängste vor den massiven Aufkäufen amerikanischen Objekte durch japanischer Investoren in den 80er Jahren, ist vieles an der heutigen westlichen Ablehnung russischer, aber auch indischer und chinesischer Investoren von der Angst um den Verlust der westlichen Führungsrolle in der Welt geprägt. Folgt man dem neuen Emerging Markets International Acquisitions Tracker (EMIAT) [38] von KPMG dann stehen Europäer, Japaner und Amerikaner heute weltweit in Konkurrenz zu Investoren aus Wachstumsmärkten, insbesondere aus den BRIC-Ländern. So hat sich die Zahl der Unternehmensübernahmen oder -beteiligungen in Industrieländern von Investoren aus Wachstumsmärkten zwischen 2003 und 2007 von 1:4 auf 1:2 erhöht. Das will heißen, dass die Wachstumsmärkte heute halb so viele Unternehmensübernahmen oder -beteiligungen in Industrieländern tätigen wie umgekehrt. [39] Beschränkt man sich auf die EU, dann liegt die Quote für selbige Investitionsströme noch höher, nämlich bei 2:3. [40]

Ferner zum Tragen kommt der politische Kontext im Stand der Beziehungen zwischen EU und Russland. Der neue Tiefpunkt in diesen Beziehungen verstärkt die europäische Tendenz die Aktivitäten russischer Unternehmen politisch zu interpretieren.

Einen ersten konkreten Stein des Anstoßes bietet der gegenseitig gemachte Vorwurf der mangelnden Investitionsreziprozität auf dem Energiemarkt, sowie die Weigerung Russlands die EU-Energiecharta (1998) und das seit dem Jahre 2000 zur Verhandlung ausstehende Transitprotokoll zu unterzeichnen. Beruhend auf dem liberalen Prinzip der gleichberechtigten Marktteilnehmer, bedeutet Investitionsreziprozität konkret die Öffnung des russischen Energiemarkts für westliche Investoren, bei gleichzeitiger Öffnung des europäischen Abnehmermarkts für russische Investoren. Das dritte Paket zur EU-Energieliberalisierung vom September 2007 verschärft den Gegensatz zu Moskau noch, indem es nämlich die Entflechtung des EU-Energiemarkts mittels der Trennung von Produktion, Transport, Vertrieb und Endabnahme vorsieht. Diese Politik ist zunächst gegen die großen vertikal integrierten europäischen Energiemonopole wie EON, BASF, ENI oder Gaz de France gerichtet, trifft aber an zweiter Stelle auch die an Erwerb von EU-Objekten interessierten russischen Energiekonzerne. GAZPROM will mehr Nähe zum EU-Endverbrauchermarkt – dort wo die interessantesten Margen realisiert werden können. Und diesen russischen Forderungen nach downstream-Investitionen steht die EU-Wettbewerbspolitik gegenüber. Die EU-Kommission will mit Hinweis auf die liberale Marktregelung auf der einen Seite russischen Energieproduzenten den Erwerb von Transport und Marketingstrukturen in der EU verwehren, mahnt aber gleichzeitig die Öffnung des russischen Energiemarktes für westliche Energiekonzerne an. Russland dahingegen ist nur an Langzeitverträgen zur Energieabnahme und an Technologietransfer für die Entwicklung der Exportinfrastruktur interessiert. [41] Die Sorge der EU um ihre Energiesicherheit verstärkt den europäisch-russischen Gegensatz. Das bereits durch die Gasstreitigkeiten mit der Ukraine und Belarus geweckte europäische Misstrauen wird dadurch verstärkt, dass GAZPROM (aber auch die russischen Ölfirmen) Investitionen in lukrative downstream-Objekte im Ausland den längst nötigen Investitionen in die Erschließung neuer Gas- und Ölfelder und in die Erneuerung veralteter sowjetischer Infrastruktur vorzieht. Zugleich wird ausländischen Investoren der Zugang zu neuen Energieprojekten verstellt, oder es werden Versuche unternommen diese aus bestehenden zu verdrängen, wie die Beispiele SHELL (Sachalin 2) und TNK-BP zeigen.

Der in der Energiefrage zutage tretende russisch-europäische Interessensunterschied hat also bereits ideologische Züge, da an dieser Stelle die staatsmonopolistischen Tendenzen des Kremls auf die liberale EU-Marktregelung treffen.

Die europäische Strategie basiert auf der Annahme, dass Mangel an Expertise und dringende Investitionsbedürfnisse Russland dazu zwingen würden westlichen Firmen den Zugang zum russischen Energiemarkt zu gewähren. Die EU-Energiediplomatie hat sich im Laufe der Jahre darauf versteift Russland zur Ratifizierung des EU-Energievertragswerks zu drängen. Diese Rechnung ist aber bisher nicht aufgegangen. Kenner der Energieszene werten die europäische Haltung in der Energiefrage als unrealistisch. So wird die liberale Interpretation des Energiemarktes seitens der EU den heutigen energiepolitischen Kräfteverhältnissen nicht gerecht, denn beim Energiemarkt handelt es sich nicht um einen Markt wie jeden anderen. Je knapper Energie wird, desto mehr verstärkt sich die Asymmetrie der Marktmacht zwischen Endabnehmern und Produzenten. Und gerade diese Asymmetrie lässt die europäische Forderung nach gleichberechtigtem Zugang zum Förder- und Verbrauchermarkt als sehr idealistisch erscheinen. Weltweit haben private Energiekonzerne in den letzten zwanzig Jahren einen stetigen Rückfall ihrer Positionen zugunsten staatlicher Energiekonglomerate hinnehmen müssen. Laut Dieter Helm, Professor für Energiepolitik an der Universität Oxford, ist das Ausschlachten von Monopolmacht als auch das Staatseigentum an Energieressourcen "völlig rational", ja es entspricht gar der internationalen Norm. "Völlig absurd" war laut Helm, dass GAZPROM jemals die Idee des gleichberechtigten Marktzugangs zum russischen Gasverteilungsmarkt akzeptiert habe, da der Übergang der russischen Pipelines in die Hände dritter die Schmälerung seiner Monopolmacht bedeutet hätte und damit den Interessen des Konzerns zuwidergelaufen wäre. Deshalb hält er auch den Gedanken, dass die EU weiterhin politisches und diplomatisches Kapital darauf verwende solle um die Russen noch eines anderen zu überzeugen für "völlig hoffnungslos".[42] Tatsächlich ist die Zahl der Förderstaaten in denen die Energieressourcen noch dem Spiel freier Marktkräfte überlassen bleiben, inzwischen zu einer kleinen Minderheit zusammengeschmolzen, weltweit nicht mehr als 20%. Und selbst in den Staaten, in denen eine liberale Marktordnung gilt kann die öffentliche Hand regulierend in den Energiemarkt eingreifen.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Einschaltung des US-Kongresses bei der vereitelten Übernahme des amerikanischen Ölkonzerns UNOCAL durch ein chinesisches Unternehmen im Jahre 2005.

Die russisch-europäischen Verständigungsprobleme kristallisieren sich in der bereits mehrere Male aufgeschobenen Verlängerung des Ende 2006 ausgelaufenen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PKA) zwischen der EU und Russland. Das PKA hat verbindlichen Vertragscharakter und es entstand 1994 (die Ratifizierung erfolgte 1997), also zu einem Zeitpunkt als die politischen Beziehungen zwischen der EU und Russland auf einem positiven Höhepunkt standen. Die Güte der damaligen Beziehungen ließ es als opportun erscheinen Grundfragen wie dem politischen Dialog mit den zweimal jährlich stattfindenden Gipfeltreffen, der Wettbewerbspolitik, dem Handel und der Zusammenarbeit in finanziellen, ökonomischen, gesetzgeberischen und kulturellen Fragen einen rechtlichen Rahmen zu geben. [43] Das PKA hatte unter anderem den Zweck der Bildung einer Freihandelszone durch Angleichung der russischen und EU Normen vorzugreifen. [44]Laut Helm stand dahinter die Idee, dass ein liberales und demokratisches Russland sich weitgehend an europäische Rechtsnormen, Institutionen und Werte angleichen würde, auch ohne EU-Mitgliedschaft. [45] Obwohl das PKA jährlich automatisch verlängert wird, ist beiden Seiten klar, dass es einer Neudefinition des Verhältnisses bedarf – und das trotz der Tatsache, dass über den Nutzwert des PKA weder auf russischer noch auf europäischer Seite Einigkeit herrscht. Kritiker wie Philip Hanson monieren die "Regulierungswut" der EU, die im PKA "alles unter der Sonne" zu reglementieren versuche. [46]Für Mark Lyall Grant, Politischer Direktor des Foreign Office, ist das PKA mehr prozedurale Form als Substanz. [47] En Großteil der Experten ist sich darüber einig, dass der praktische Nutzen aus dem PKA relativ beschränkt ist und es einer vereinfachten Neuauflage bedarf. Wenn die Verlängerung einer vereinfachten Version des PKA trotz Kritiken konsensfähig ist, dann beruht dies laut Anatol Lieven, Professor für internationale Beziehungen an der Universität London, vor allem auf "Propagandagründen": ein Scheitern der PKA-Verhandlungen würde auf beiden Seiten wie ein definitiver Schritt zurück empfunden werden und könnte ernste Auswirkungen auf das Verhältnis haben. [48] Diese tiefenpsychologische Komponente verleiht den auf Blockaden einzelner EU-Mitgliedsländer beruhenden mehrfachen Aufschiebungen des Abkommens besonderen Symbolcharakter. War die Neuauflage 2007 am polnischen Veto gescheitert, so sorgte im Frühjahr 2008 Litauen für die entsprechende Blockade der Verhandlungen. Der Grund für diese Blockade ist die einseitige Einstellung von russischen Öllieferungen an die größte litauische Ölraffinerie, Mazeikiu Nafta, seit 2006. Mazeikiu Nafta hatte zum liquidierten YUKOS-Konzern gehört, war dann aber auf den Druck der litauischen Regierung hin an eine polnische (anstatt an eine russische) Firma veräußert worden. Daneben wollte Litauen das Zustandekommen des PKAs an außenpolitische Agenden knüpfen, nämlich an ein Einlenken Russlands in den "eingefrorenen Konflikten" in Georgien und Moldawien. [49]

Obwohl die litauische Blockade dann doch noch in extremis behoben wurde, fegte der Georgienkrieg vom August 2008 die Idee einer baldigen Neuauflage des PKA erneut bis auf Weiteres vom Tisch. Die Taktik der Mittelosteuropäer ist ebenso verständlich wie bedauerlich. Natürlich haben gerade die baltischen Staaten wenig Möglichkeiten ihre Interessen gegenüber dem russischen Nachbarn auf bilateraler Ebene geltend zu machen. Hinzu kommen die auf den konkreten historischen Erfahrungen beruhenden Ängste, insbesondere die Demütigungen der Sowjetzeit. Besonders in Polen und in den baltischen Staaten wirken diese Ängste weiter in den Bedenken vor einer neuen potentiellen Bevormundung durch den großen Nachbarn, in der Gestalt der Übernahme wirtschaftlicher Schlüsselpositionen durch russische Unternehmen. Enthüllungen demzufolge LUKOIL im Zusammenhang mit der Privatisierung der Danziger Ölraffinerie an einer russischen Geheimdienstaktion und der versuchten Bestechung eines polnischen Ministers beteiligt gewesen sein könnte, sandten 2004 Schockwellen durch Polen. [50]

Auf der anderen Seite ist fraglich, welchen Nutzen die EU hat, wenn einzelne Mitgliedsstaaten die Verhandlungen zur Neuauflage des PKA zweckentfremden. Denn im Prinzip hat die unilaterale Blockade von EU-Verhandlungen nur ein Resultat: sie blockiert die EU als Institution gemeinsamer Interessensabstimmung und gemeinsamen Agierens, sie erzeugt Frustrationen bei den Staaten, die sich an der Ausarbeitung eines europäischen Konsens beteiligen und verstärkt die generelle Neigung zum Rückfall in bilaterale Politik. Auch wenn die Lösung der bilateralen Probleme mit Russland nicht einfach ist, täten die unmittelbaren EU-Nachbarn Russlands gut daran, sich zu fragen ob sie sich durch die Blockade der ohnehin schwierigen europäischen Konsensfindung langfristig nicht ins eigene Fleisch schneiden.

Ihrerseits scheint die russische Führung es ebenso wenig eilig mit einer Neuauflage des PKA zu haben als die Europäer. Das erste PKA wurde während einer Periode verhandelt als die russische Seite zu vielfachen Zugeständnissen bereit war, u.a. bedingt durch die starke Abhängigkeit Russlands von westlichen Finanzinstitutionen. Die Verbesserung der russischen Situation scheint nun die russische Bereitschaft verringert zu haben allen Prinzipien des PKA zu entsprechen. Anstatt sich z.B. an "europäische Standards anzugleichen", sucht die russische Führung eine Sprachregelung, die den Status der gleichberechtigten Partnerschaft widerspiegelt. Besonders konfliktträchtig (und aus russischer Sicht besonders erneuerungsbedürftig) sind die normativen Bestimmungen des PKA in Sachen Menschenrechte, individuelle Freiheiten und Demokratie. [51] Die russische Seite verfolgt deshalb das Ziel die Zusammenarbeit auf wenige der politischen Führung genehme Bereiche zu beschränken, mit dem Argument des zu hohen Abstraktionsgrades und der fehlenden Konkretheit des jetzigen PKAs. [52]Diese Tendenz stößt sich am Voluntarismus, am Selbstverständnis und an den Ambitionen der EU. Denn letztere schlägt sich das Recht zu als supranationale Ordnungsmacht Grundsätze einzufordern, die über den sonst üblichen bilateralen Rahmen zwischen einzelnen Staaten hinausgehen. Das will heißen, dass sie sich u.a. das Recht auf Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands zubilligt. [53] So wird auf europäischer Seite eine Verbesserung des wirtschaftlichen und politischen Verhältnisses an Fortschritte in Sachen Pluralismus, Demokratisierung, Pressefreiheit oder Menschenrechte gekoppelt. Die russische Seite lehnt diese Koppelung "nicht zusammenhängender Fragen" als inakzeptabel ab, mit dem Hinweis, dass es sich dabei um eine "Politisierung technischer Dossiers" bei gleichzeitiger "Vernachlässigung strategischer Dossiers" handele. [54] Dem Projekt der Neuauflage des PKA fehlt also außer der Uneinigkeit bei der EU ein weiterer fundamentaler Parameter, nämlich das aufrechte Interesse der russischen Seite.

Auf russischer Seite wird die innereuropäische Blockade des PKA gewollt so interpretiert, dass die EU ihre supranationale Ordnungsfunktion nicht mehr ausüben könne, da die neuen Mitglieder die PKA-Verhandlungen zur Lösung ihrer bilateralen Probleme mit Russland "missbrauchten".[55] Die Blockade stärkt das russische Argument, dass die Verständigung mit dem "zahnlosen" EU-Riesen zu mühsam sei und nicht zu Ergebnissen führe. Im Zweifelsfall seien dem bündige, bilaterale Vereinbarungen mit einzelnen Staaten vorzuziehen. Trotzdem dreht sich das "Polit-Karussell" weiter, denn trotz kritischer Äußerungen geben sich die Russen interessiert an einer PKA-Neuauflage. Schließlich kommt das Verhandeln auf einer Ebene mit der EU dem neuen russischen Selbstverständnis von wiedererlangter Größe entgegen. Ob bei alledem etwas an Substanz herauskommt, ist allerdings eine andere Frage. Denn die beiderseitigen Bemühungen um die "Wahrung des Gesichts" gleichen einem Dialog der Taubstummen wo der "Schwarze Peter" beliebig hin- und hergeschoben wird.

Der Hauptkritikpunkt der dem PKA gemacht werden kann ist also die Tatsache, dass diese rechtliche Vereinbarung nicht auf den elementaren Grundsatz eingeht nach dem erfolgreiche Arbeit mit oder in Russland nur mittels kontinuierlicher Adaptation möglich ist. [56] Und genau diese Adaptation auf die wechselnden russischen Verhältnisse ist durch eine feierliche In-Steinsetzung von gegenseitigen Grundsätzen nicht erreichbar. Hinzu kommt dass das PKA rechtsverbindlich ist. Der Versuch dem Verhältnis zu Russland durch die Einführung von einklagbaren Normen beizukommen erweist sich wohl als falsch. Experten, wie Katinka Barysch vom Centre for European Reform, halten das PKA deswegen auch für zu ambitioniert und schlagen dessen Ersatz durch pragmatische ad hoc Mechanismen vor, die mehr Platz für Spontaneität lassen und erfolgversprechender sind. Als Beispiel führt Barysch die Zusammenarbeit in den "vier gemeinsamen Räume" an. [57] Die "vier gemeinsamen Räume" (Wirtschaft und Umwelt; äußere Sicherheit; innere Sicherheit und Justiz; Kultur, Bildung, Wissenschaft) wurden auf dem Sankt-Petersburger EU-Russland Gipfel vom Mai 2003 beschlossen. Die Vereinbarung sieht vor die Zusammenarbeit zwischen der EU und Russland - im Rahmen des PKA - in diesen Bereichen besonders zu forcieren. Der Vorteil besteht darin, dass die Zusammenarbeit in den "vier Räumen" auf einer unverbindlichen Vereinbarung beruht und diese anstatt auf die Ausarbeitung von Grundsätzen auf die Lösung konkreter technischer Probleme eingeht.

Konstruktive Inpflichtnahme

Wir haben im Vorhergehenden gesehen inwiefern das europäische Bedrohungsszenario der Sachlage widerspricht. Im Folgenden wollen wir uns darüber klarwerden inwieweit russische Auslandsinvestitionen eine Chance darstellen können. Dabei wollen wir uns über den rein wirtschaftspolitischen Rahmen hinausbewegen, welcher die Vorteile von Auslandsinvestitionen in der Verbesserung der Außenhandelsbilanz oder der Sicherung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen sieht. Eine wahrscheinlich noch wichtigere Rolle kommt der Wirtschaftsverflechtung – und damit auch den russischen Direktinvestitionen – von daher zu, dass sie heute die wichtigste Einflussmöglichkeit des Westens auf die Entwicklung Russlands ist. Ein angesichts des Scheitens direkter politischer Einflussnahmen nicht zu unterschätzender Faktor.

Anregungen zu einer konstruktiven Annäherung an das Thema russische EU-Investitionen finden sich in dem am Paneuropäischen Institut der Turku School of Economics durchgeführten Forschungsprojekt zur Internationalisierung russischer Firmen. Dieses geht von der Prämisse aus, dass die Herausbildung einer neuen Unternehmenskultur in Russland im Vergleich zu anderen Transformationsländern schleppend sei. Drei Faktoren können die Defizite in der mikroökonomischen Transformation Russlands beheben: erstens die Modernisierung der veralteten Managementpraktiken; zweitens die Verstärkung der Wettbewerbsstruktur; und drittens eine Verbesserung der allgemeinen Geschäftsethik, die noch zu sehr im Banne der sowjetischen und postsowjetischen Verhältnisse stehe. Die zur Stärkung des russischen Marktes erforderlichen Neuerungen können natürlich durch Kompetenztransfers aus dem Ausland nach Russland gelangen, d.h. russische Firmen können von ausländischen Investoren lernen. Dieser Ansatz allein ist aber nicht ausreichend. Stärkere Lernprozesse können dadurch erreicht werden, dass russische Unternehmen dazu angehalten werden sich international zu engagieren und sich mit der globalen Wirtschaft zu vernetzen. Das Forschungsprojekt geht davon aus, dass diese Erfahrung russischer Unternehmen mit der Außenwelt Rückwirkungen ("spillover" Effekte) habe, die Veränderungen innerhalb Russlands anstoßen können. [58]

Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Celeste A. Wallander nähert sich in ähnlicher Weise an das Thema an wie die Turkuer Forschungsgruppe. Wallander geht es vor allem um die Einrahmung der Bedingungen für die oben genannten Rückwirkungen und Lerneffekte, in dem Bestreben eine einseitige Ausnützung der durch die Globalisierung der russischen Wirtschaft entstandenen neuen Chancen durch die russischen Eliten zu verhindern. Die Hauptherausforderung für den Westen liegt nach Wallander denn auch darin den russischen Unternehmen den Export ihrer auf Klientelbeziehungen und Korruption beruhenden Geschäftspraktiken zu verwehren und stattdessen von den Russen Markttransparenz einzufordern. Schließlich solle durch die Wirtschaftsverflechtung nicht die westliche Marktwirtschaft und Demokratie untergraben werden; ebenso gelte es eine Stärkung des Autoritarismus in Russland durch den einseitigen Zugang der Eliten zu neuen Ressourcen zu verhindern. Der Westen müsse Russland also wirtschaftlich integrieren, gleichzeitig aber auf die Einhaltung der Spielregeln und Normen des freien Marktes achten, Transparenz von den russischen Unternehmern einfordern und nach Wegen suchen wie die russische Zivilgesellschaft und der Mittelstand von dem Prozess profitieren können. Umgekehrt gelte, dass ausländische Unternehmen, die sich in Russland niederlassen, dazu verpflichtet werden müssten etwaigen Manipulationen oder Verwässerungen, die dem Geist der Corporate Governance zuwiderliefen, Parole zu bieten. [59]

Befürworter der Inpflichtnahme Russlands werten die gegenseitigen Kapitalverflechtungen also als positiv, da dadurch russische Unternehmen stärker an westliche Unternehmen und deren Kultur gebunden werden. Das Interesse russischer Firmen an Auslandsinvestitionen wird wiederum durch die Koppelung von höherer Ertragsrate mit höherer Rechtssicherheit geweckt.

Dass generell russische Unternehmen an einer Inpflichtnahme beteiligt werden können, beweist das Beispiel von LUKOIL in Bulgarien. Peter Zashev, ein Mitglied der Turkuer Forschungsgruppe, zeigt auf wie die Firma versucht habe dem Image des "good corporate citizen" zu entsprechen, um dadurch ihre Akzeptanz zu erhöhen. Danach ist der russische Mineralölkonzern im Rahmen seiner bulgarischen Investitionen weder durch korrupte Praktiken noch durch Mangel an Transparenz aufgefallen. [60]Ein Grund für das gute Betragen könnte die Tatsache sein, dass Bulgarien eine absolut zentrale Rolle in der russischen Energiepolitik - und damit auch in der Firmenstrategie von LUKOIL - spielt. So laufen sowohl die Trassen der neuen Transneft Ölpipeline von Burgas zum griechischen Hafen Alexandroupolis (geplanter Inbetriebnahme 2011) als auch der aufgrund ihrer direkten Konkurrenz zur Nabucco-Gaspipeline politisch besonders heiklen South Stream über Bulgarien. Für LUKOIL hat der Standort Bulgarien besonderen strategischen Wert seit dem Kauf der Raffinerie Neftochim Burgas im Jahre 1999. Diese erhöhte schlagartig die Raffineriekapazität der Firma ausserhalb der GUS.

Für eine Erhöhung der Transparenz russischer Unternehmen sprechen auch die an zahlreiche Auflagen in Sachen Unternehmenspublizität gebundenen Börsengänge russischer Unternehmen. Diese erfordern u.a. die Einführung eines einheitlichen Rechnungswesens und die Offenlegung aller Konten. Einen ähnlichen Einfluss auf die Transparenz russischer Unternehmen können Lernprozesse haben, die aus gescheiterten Übernahmeverhandlungen resultieren. So war der Mangel an Unternehmenstransparenz einer der Hauptvorwürfe gegen SEVERSTAL im Vorfeld seiner geplanten Fusion mit ARCELOR, im Jahre 2006. Nach dem Scheitern dieser Initiative und in Anerkenntnis der zentralen Bedeutung der Transparenz für westliche Investoren hat SEVERSTAL die Erhöhung der Unternehmenstransparenz zu einer Priorität seiner Unternehmensstrategie erklärt. [61] Die elementare Herausforderung des Westens in Bezug auf russische Direktinvestitionen entpuppt sich also nicht - wie allgemein angenommen – als die Frage nach deren wirtschaftlicher und politischer Opportunität, sondern als eine Frage der Wirtschaftsethik. Diese Frage könnte folgendermaßen formuliert werden: was kann der Westen konkret tun um die zunehmende Vernetzung der russischen Wirtschaft mit globalen Strukturen dem russischen Mittelstand und Unternehmertum - anstatt wie bisher der russischen Elite - zugute kommen zu lassen? [62] Wie viel und vor allem welche Art von Engagement stützt diese zivilgesellschaftlichen "Triebkräfte", und welchen Logiken muss entgegengearbeitet werden? Eine Lösung besteht in einer noch zu erstellenden Methodologie des "ethischen Benchmarkings". Dieses muss die Frage beantworten können welche Arbitragen, zwischen "zu wenig" and "zu viel" des Guten, erforderlich sind, welche Kompromisse (im Sinne von trade-offs) in Kauf genommen und toleriert werden müssen und an welchen Zeitrahmen und welche konkreten Zielsetzungen die "Annäherung durch Verflechtung" gebunden sein soll. In diesem Sinne erstreckt sich die oben zitierte konstruktive Inpflichtnahme auf alle an russischen Direktinvestitionen interessierte stakeholder, inklusive der westlichen Partner russischer Wirtschaftsunternehmen.

Die oben genannten Überlegungen zur "Einrahmung" russischer Investitionen in der globalen Wirtschaft und zur Ausnützung der positiven Rückwirkungen haben ihre Parallelen in der europäischen Diskussion um einen neuen politischen Pragmatismus gegenüber Russland. Setzte in den vergangenen Jahren europäisches oder amerikanisches Pochen auf universelle - aber nur schwer durchsetzbare – humanitäre Ideale den Ton gegenüber Russland, so beruht dieser Pragmatismus auf der Einsicht um die sehr begrenzten direkten Einflussmöglichkeiten des Westens auf die politische Entwicklung des Landes. Die pragmatische Schule kann sich auf einen neuen wissenschaftlichen Diskurs stützen, etwa Dmitri Trenins Vorschlag wonach konstitutionelle Rechtsstaatlichkeit und die Konsolidierung und Institutionalisierung der neuen erworbenen Freiheiten in Russland wichtiger seien als weitere Demokratisierungsmaßnahmen. Die geschichtliche Entwicklung der russischen Wirtschaft und Gesellschaft beanspruche vor allem Zeit und Geduld. [63] Dominique Moisi, Gründervater des Institut français des relations internationales (IFRI) und Professor am Collège d'Europe formuliert dies ähnlich, indem er argumentiert, dass es unrealistisch sei von Russland zu verlangen eine Demokratie nach westlichem Muster zu werden. Stattdessen sollte man sich darauf beschränken von dem Land Institutionen einzufordern, die imstande seien Rechtsstaatlichkeit und eine harmonische wirtschaftliche und politische Entwicklung zu gewährleisten. Diese Neuentwürfe dringen auch zu politischen Entscheidungsträgern durch. Letztere werden sich der Nutzlosigkeit von moralischen Belehrungen bewusst und öffnen sich pragmatischen Handlungsoptionen im Sinne des von Wallander vorgeschlagenen "liberal engagement". Als ein weiteres Beispiel des "neuen Windes" kann man den im Frühjahr 2008, zeitgleich mit den Diskussionen um ein neues PKA EU-Russland, erschienenen 300-seitigen Bericht der Europa-Ausschusses des House of Lords anführen. Zeit und Ort dieser Initiative waren keineswegs zufällig, denn das Oberhaus des britischen Parlaments ist bekannt für seine kontroversen Stellungnahmen und Initiativen zu überparteilichen Themen, die von Regierung oder dem Unterhaus als inopportun, zweitrangig oder zu weit entfernt von der Tagespolitik gewertet werden. In diesem Bericht fehlt es nicht an Kritik an Russland. Ebenso besteht er auf der Demokratisierung Russlands und der Verankerung westlicher Werte als dem Ziel westlicher Einflussnahmen. Allerdings ist er in dem Bestreben entstanden an die Stelle der Sprache der Konfrontation Skizzen für realistische Auswege aus der derzeitigen Sackgasse der politischen Beziehungen zwischen EU und Russland zu setzen. Der Bericht sieht keineswegs eine baldige Auflösung des russisch-europäischen Gegensatzes voraus, gibt aber Anregungen wie Vertrauen zwischen der EU und Russland aufgebaut und ein Abgleiten in alt-neue Konfrontationsmuster verhindert werden kann. [64]

Sollte sich dieser Pragmatismus durchsetzen, dann wäre das in der Tat eine neue Etappe in den Beziehungen Russlands zum Westen. Denn wie Stephen Cohen in seinem Buch Failed Crusade: America and the tragedy of post-Communist Russia (New York, 2001) beschreibt, herrscht in der westlichen Interpretation die "Meistererzählung" (master narrative) vor wonach im Russland der 90er Jahren ein Kampf zwischen Liberalen ("our guys") und Sowjet-Reaktionären entbrannt sei[65]: die als "Kehrtwende" interpretierte Politik Putins sei ein "Schritt zurück" zugunsten der Revanchisten und Nostalgiker. Eine andere Leseweise sieht darin gar Vorboten einer Wiederholung der Konfrontation des Kalten Krieges. Der neue Pragmatismus weigert sich diese Meistererzählung anzuerkennen, welche den Deutungsmustern des Kalten Krieges zu neuer Geltung verhilft. Der neue Pragmatismus baut ebenso auf der Erkenntnis auf, dass der als Kernstück der oben genannten westlichen Meistererzählung gehandelte Topos der "Demokratisierung Russlands" als Hauptmotivation westlichen Agierens eine Vereinfachung darstellt – schliesslich war das vom Westen unterstützte Russland der Jelzin-Ära keine funktionierende Demokratie , ebenso wenig wie das heutige. Jean-Robert Raviot hat dazu den interessanten Gedanken gebracht, dass sich der "Bruch" Putins mit dem Westen nicht etwa zeitgleich in seinem Amtsantritt 2000 oder in dem Gasstreit 2005 mit der Ukraine kristallisiert habe, sondern eine Folge der Konfrontation des Kremls mit den Oligarchen Wladimir Gusinski, Boris Beresowski und Mikhail Chodorkowski gewesen sei. Die westlichen Reaktionen auf die geplatzten Hoffnungen der US-amerikanischen Ölkonzerne im Zuge der YUKOS-Affäre 2003 deuten darauf hin, dass das wirkliche Anliegen der westlichen Russlandpolitik die westliche Beteiligung an der Privatisierung und Verteilung der russischen Energieressourcen gewesen sei. [66]

Differenzierungen

Ganz allgemein bedarf die Frage nach den russischen EU-Investitionen einer differenzierteren Betrachtung als dies heute im medialen, politischen und leider auch akademischen Mainstream üblich ist. Zum einen besteht ein Unterschied zwischen Energiekonzernen wie GAZPROM, wo zumindest eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass Firmenaktivitäten mit russischen außenpolitischen Agenden koordiniert sein können, und der großen Mehrheit im Ausland tätiger russischen Unternehmen, bei denen dieses nicht ohne Weiteres vorausgesetzt werden kann. [67] Den geographischen Rahmen für politisch motivierte russische Direktinvestitionen der russischen Energiekonzerne bilden die Nachfolgestaaten der Sowjetunion, insbesondere Zentralasien und der Kaukasus. Die EU oder andere Teile der Welt fallen hingegen aus diesem Rahmen. Heiko Pleines belegt dies mit dem Beispiel Turkmenistans, ein Land mit wichtigen Gasreserven, dem derzeit allerdings nur eine Exportroute – über Russland - zur Verfügung steht. Wie in anderen Fällen auch dienen die russischen Transitpipelines zu den westlichen Abnehmermärkten GAZPROM als Instrument um auf Entscheidungsträger Druck auszuüben. [68]

Als die Ukraine versuchte im Nachspiel auf den russisch-ukrainischen Gasstreit in direkte Energieverhandlungen mit Turkmenistan zu treten, drohte GAZPROM mit der Schließung des russischen Pipelinenetzes für den Transit von turkmenischem Gas. Wollte die Ukraine turkmenisches Gas beziehen, dann musste dieses zuerst an das von GAZPROM kontrollierte RosUkrEnergo Konsortium abgetreten werden und konnte erst dann an den ukrainischen Verbraucher veräußert werden. Westlichen Planungen zufolge sollte das Land – zusammen mit Kasachstan – auch an ein alternatives transkaspische Pipelinenetz angeschlossen werden, welches in Umgehung Russlands den zentralasiatischen Fördererländern direkten Zugang zu westlichen Märkten gestatten sollte. Russischer Druck scheint dafür gesorgt zu haben, dass das Land - zusammen mit Kasachstan - im Mai 2007 eine Vereinbarung zum Anschluss an das von Russland geführte Caspian Pipeline Consortium unterzeichnete, welches die einseitige Abhängigkeit Turkmenistans von der russischen Transitroute zementiert. Diese Entwicklung stellt die westlichen Planungen - darunter das von der EU geförderte Projekt Nabucco - ernsthaft in Frage. [69]

Zweitens tut die Verengung des europäischen Blicks auf die Energiepartnerschaft - von der dann auf das gesamte europäisch-russische Wirtschaftsverhältnis geschlossen wird - der Sache keinen Gefallen. Die internationale Öl- und Gasindustrie ist besonders konfliktgeladenen, da Energiefirmen traditionell auch in Krisengebieten und unstabilen Regionen präsent sind. Dadurch, dass Energie und Energiesicherheit von praktisch allen Industriestaaten als Teil der nationalen Sicherheit angesehen wird, ist diese Industrie gleichzeitig hoch politisiert. Deshalb wäre es falsch die in dieser Industrie gemachten Erfahrungen zum alleinigen oder hauptsächlichen Gradmesser für das europäisch-russische Gesamtverhältnis machen zu wollen. Und aus diesem Grund kann auch der Fall YUKOS keinerlei Modellfunktion für die russisch-europäischen Investitionen besitzen, denn beileibe nicht alle Unternehmen haben die strategische Bedeutung des dereinst größten russischen Ölkonzerns. Auch was die russisch-europäische Energiepartnerschaft betrifft, wird sich hier am wenigsten Dynamik entwickeln: mehr downstream Investitionen im EU-Verbrauchermarkt als die bisher bestehenden wird die EU russischen Unternehmen nicht erlauben, um die EU-Energieabhängigkeit zu Russland nicht weiter zu erhöhen. Und genauso utopisch ist es, dass der Kreml die Kontrolle über die russischen Energiekonzerne aufgeben und – wie von der EU gefordert - deren Entflechtung und ausländischen Kapitalbeteiligungen zustimmen wird.

Schliesslich entspricht die Reduzierung der russisch-europäischen Wirtschaftsbeziehungen auf die Energiewirtschaft nicht den Fakten. Absolut gesehen dominieren natürlich die Investitionen von Energie-, Rohstoff-, Stahl- und Metallproduzenten. Relativ gesehen gibt es unter den Top 50 der russischen Auslandsinvestoren aber auch viele Firmen in den Sparten Telekommunikation, Transport, Chemie, Nahrungsmittel, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Einzelhandel. [70] Anders formuliert: die Fixierung auf den Energieaspekt verstellt den Blick für andere Potenziale der russisch-europäischen Wirtschaftszusammenarbeit. Die natürlichen Voraussetzungen zur Realisierung dieser Potenziale bestehen, denn Russland und Europa sind hochgradig komplementär: einerseits Rohstoffreichtum, Humankapital und Produktionskapazität, andererseits Management Know-how, leistungsstarke Kapitalmärkte und wertschöpferische Erfahrung. Die starke russische Inlandsnachfrage nach westlichen Produkten und Serviceleistungen hat alle Voraussetzungen, um auch kleine und mittelständische europäische Unternehmen auf Jahre hinaus mit Aufträgen einzudecken. [71] Die von der Finanzkrise stark getroffenen westlichen Automobilhersteller sehen im russischen Markt einen der wenigen verbliebenen Lichtblicke. So haben sich die Jahresverkaufszahlen Renaults in Russland innerhalb weniger Jahre verzehnfacht. Seit Frühjahr 2008 ist der französische Konzern auch mit 25% am russischen Automobilhersteller Avtovaz beteiligt, mit dem er für 2011 ein auf einer Logan-Plattform gefertigtes neues Lada Modell plant. [72]

Die übergreifende Schlussfolgerung muss lauten, dass die für die Energieindustrie und die postsowjetischen Nachfolgerepubliken geltenden Prinzipien nicht unbedingt auch für andere Industrien und Länder gelten müssen. Eine systematische, koordinierte und umfassende politische Instrumentalisierung von russischen Auslandsdirektinvestitionen existiert vor allem in den Köpfen: entweder als Wunschtraum russischer imperialer Träumer oder als Phobie um ihrer Energiesicherheit banger Europäer. Die Eingangsfrage sollte also dahingehend beantwortet werden, dass nach objektivem Ermessen die russischen Direktinvestitionen für die EU eher eine Chance als eine Bedrohung sind. Man kann hier die Rede von Altbundeskanzler Gerhard Schröder beim Industrietag Russland 2008 zitieren, nach der "gegenseitige Verflechtung […] zu gemeinsamen Interessen, mehr Sicherheit und zur Öffnung der russischen Wirtschaft und Gesellschaft" führt. [73]Die Beweggründe für die kritisch bis ablehnende Haltung gegenüber russischen Auslandsinvestitionen gründen zu einem Gutteil auf subjektiven Faktoren wie Stereotypen, kulturellen Unterschieden und überkommenen Interpretationsmustern. Vieles an den europäischen Bedrohungsängsten hat den Charakter von Putativ-Ängsten und der Löwenanteil in der Entstehung dieser Bedrohungsängste fällt dem politischen Kontext zu. Das erschwert die Sache. Denn die Zählebigkeit der "Einbildung" gründet auf der Tatsache, dass sich diese reichlich Stoff holen kann in historischen Ressentiments. Und wie schnell diese Vor-Bilder in emotionale Automatismen umschlagen können, war während der Georgienkrise von August 2008 in den einseitigen Reaktionen der westlichen Presse und Politik zu beobachten.

Ausblick

Aufgrund der imminent politischen Bedeutung von Auslandsdirektinvestitionen wäre es ein Irrtum die russisch-europäische Wirtschaftsverflechtung auf das rein Geschäftliche oder Wirtschaftliche reduzieren zu wollen. Tatsächlich steht dabei die Zukunft der Beziehungen zwischen Russland und der EU auf dem Spiel. Auch wenn die russische Seite nicht ewig darauf warten wird ihren Platz im "Haus Europa" (Gorbatschow) einnehmen, sollte die EU den ersten Auslandsbesuch Medwedews vom Mai 2008 in seiner Eigenschaft als Präsident der Föderation, in der Volksrepublik China, nicht als Signal werten, dass es zu spät ist um Russland stärker in den europäischen Integrationsprozess einzubinden. Dafür spricht, dass die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit nach wie vor in beide Richtungen geht: die EU ist und bleibt der wichtigste Handelspartner Russlands. Und die Intensität der Beziehung kommt darin zum Ausdruck, dass der Großteil des zukünftigen russischen Pipelinenetzwerkes - mittels der Projekte Nord Stream, South Stream und Blue Stream - auf Europa ausgerichtet bleibt – trotz hoher Nachfrage aus Asien. Eine Gefährdung dieser Investitionen ist ebenso wenig im russischen wie im europäischen Interesse. Angesichts begrenzter Investitionen in auf den asiatischen Markt ausgerichtete Pipelineprojekte hat die EU also eigentlich relativ wenig Grund sich um ihre Energiesicherheit zu fürchten. Dahingegen kommt die russisch-chinesisch Wirtschaftszusammenarbeit nur schwer vom Fleck.

Presseberichten zufolge zögert Moskau den Aufschwung des asiatischen Giganten auch noch durch billige Energielieferungen zu unterstützen. [74]An dieser Tatsache ändern auch taktische Manöver, wie der regionale Zusammenschluss in der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit[75], sehr wenig. Denn die beiden Länder bleiben geopolitische Kontrahenten in Zentralasien und in Fernost. Das kann sich aber ändern, falls der Westen auf seiner Orientierung beharrt und Russland in seiner "eurasischen Versuchung" bestärkt. Leider ist fraglich woher der zunehmend weniger um die historischen Beziehungen zu Russland wissende Westeuropäer die Ressourcen nehmen soll, welche für eine objektivere Beschäftigung mit Russland, ohne Scheuklappen und Vorbehalte, notwendig wären. Das Image Russlands im Westen ist auch deshalb negativ, weil unsere Erziehungspolitik zu einer Verengung des geschichtlichen Blicks auf das 20. Jahrhundert, den Totalitarismus und die Jahre 1917, 1945 und 1989 geführt hat. Den Europäern fehlt die Fähigkeit an die geschichtliche Erfahrung vor dem Ersten Weltkrieg anzuknüpfen, also an das Zeitalter als Russland fester und ebenbürtiger Bestandteil der europäischen Völkerfamilie war – auch trotz gravierender Werteunterschiede.

Die russische Mitverantwortlichkeit an der interkulturellen Blockade steht nicht zur Debatte. Allerdings sind europäische Schulmeisterei und Einbahnstraßenkommunikation ebenso wenig vereinbar mit der von der EU deklamierten interkulturellen Kompetenz und kollidieren mit deren Selbstbild von Offenheit und Toleranz. Der Aufwand der für eine funktionierende Partnerschaft betrieben werden muss, stößt sich daran, dass die europäische Geduld sich mit diesem 'Anderen' auseinanderzusetzen nur sehr begrenzt vorhanden ist. Wenig Hilfe ist in dieser Hinsicht von den Ostmitteleuropäern zu erwarten, die eine Brücken-und Mittlerfunktion einnehmen könnten. Leider bleibt deren Verständnis von Russland vor allem von Bedrohungsängsten geprägt. Ihr Übriges tut die einseitige historische Erinnerung, die konstruktiven und kontinuierlichen Impulsen zur Neugestaltung des europäischen Verhältnisses zu Russland nur begrenzten Raum lässt. Dabei wäre der Graben gar nicht so tief, denn Russland ist - auch trotz hoher Demokratiedefizite – nicht das autoritäre Land als das es von einem großen Teil der westlichen Medien und Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch oder Freedom House geführt wird. [76]

Trotzdem gibt es Grund für Optimismus. So hat etwa die russisch-europäische Wirtschaftsverflechtung die "Feuertaufe" der Georgien-Krise scheinbar relativ unbeschadet überstanden. Es ist jetzt im Nachhinein leicht zu sagen, dass es nie zu einer Eskalation dieser Krise gekommen wäre. In diesem Zusammenhang sei nur daran erinnert, dass zum Zeitpunkt des Konflikts auf beiden Seiten Vergleiche mit August 1914 kursierten. Selbst ein einflussreicher Meinungsführer wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman stellte sich angesichts der Härte des westlichen Schlagabtausches mit Russland am 14. August 2008 in der New York Times die Frage, ob die zweite Globalisierung nicht ähnlich Schiffbruch erleiden könne wie die erste, die in den Schützengräben des Ersten Weltkrieg endete. [77] Dass es zu Schlimmeren nicht kam, daran hatten die europäischen Unternehmern und Industriellen, die aktiv in oder mit Russland involviert sind, wahrscheinlich maßgeblichen Anteil. Leider - muss man in diesem Fall schon sagen - sind Unternehmer und Industrielle auch sehr diskret. Deshalb lässt sich nur schwer feststellen, welche Hebel in Bewegung gesetzt wurden, um einer weiteren Eskalation Einhalt zu gebieten. Man muss sich auf Indizien beschränken, um die Bemühungen der Manager zu verstehen die rhetorischen Entgleisungen wieder unter Kontrolle zu bringen. Eine der ersten Salven wurde von Gerhard Schröder abgegeben, in einem englischen Spiegel-Interview unter dem Titel "Serious Mistakes by the West".[78] Da suggerierte also ein einflussreicher Europäer, dass der Westen im Umgang mit Russland auch Fehler gemacht habe. Zehn Tage später legte BDI-Präsident Jürgen Thumann nach, indem er anregte Russland als "natürlichen Partner" zu verstehen, den es nicht zu verprellen gelte. [79]

Die Binsenweisheit, dass offene Konfrontation mit Russland politischer und ökonomischer Selbstmord wäre und etwaige Sanktionen aufs Heftigste auf Europa zurückschlagen würden, kommt auch in den pragmatischen Worten des finnischen Außenministers Stubb zutage, der nach dem EU-Sondergipfel vom 1. September 2008 erklärte: "Russland braucht uns als Energieabsatzmarkt und wir brauchen die russischen Energielieferungen - so einfach ist das." [80]
[ Prof. Dr. Paul Sanders / russland.RU ]

[ Teil 1 ]


38.) Der EMIAT ist ein Indikator, der die die Entwicklung von Unternehmensübernahmen und –beteiligungen (M&A) zwischen neun ausgewählten Wachstumsmärkten und elf Industrieländern misst, s. "Neuer KPMG-Indikator: Emerging Markets International Acquisitions Tracker (EMIAT)", New and Emerging Markets - Themenmagazin der New and Emerging Markets Practice von KPMG, no. 3, August 2007, 3., www.kpmg.de/emergingmarkets ; von private equity oder institutionellen Investoren geführte Übernahmen werden in dem EMIAT nicht berücksichtigt.

39.) 126 Unternehmensübernahmen von Industrieländern in den Wachstumsmärkten standen im 1. Halbjahr 2007 insgesamt 67 Transaktionen in umgekehrter Richtung gegenüber, also von den Wachstumsmärkten in die Industrienationen, ibid.

40.) In der europäischen Gunst liegen China und Hongkong an erster Stelle, dicht gefolgt von Russland. In umgekehrter Richtung liegen an erster Stelle die Inder, und an zweiter bereits die Russen, ibid.

41.) Heiko Pleines, "Russian Business interests and the enlarged European Union", Post-Communist Economies, vol. 17, no.3, September 2005, 275.

42.) Bericht des House of Lords, op.cit., Minutes of evidence, Examination of witness: Professor Dieter Helm, 17 Jan. 2007, 116-24.

43.) Bericht des House of Lords, op. cit., 32.

44.) Nina Bachkatov, "Nécessaire partenariat avec la Russie", Le Monde diplomatique, janvier 2007.

45.) Bericht des House of Lords, op. cit., Minutes of evidence, Memorandum by Professor Dieter Helm, 112-4.

46.) Bericht des House of Lords, op.cit., Minutes of evidence, Examination of witnesses: Professor Julian Cooper, Professor Phil Hanson, 11 Oct. 2007, 26.

47.) "[…] slightly too much process and not enough substance", s. Bericht des House of Lords, op.cit., Minutes of evidence, Examination of witnesses: Sir Mark Lyall Grant, Mr Michael Davenport, Mr Jasper Thornton, 19 July 2007, 6.

48.) Bericht des House of Lords, op.cit., Minutes of evidence, Examination of witness: Professor Anatol Lieven, 15 November 2007, 62.

49.) s. "EU fails to reach deal on better Russia ties", The Moscow Times, http://www.themoscowtimes.com, 30 Apr. 2008; "The European Union and Russia -Divide, rule or waffle", The Economist, http://www.economist.com/, 1 May 2008; Ryan R. Miller, "Lithuania's lonely gambit", Center for European Policy Analysis, http://www.cepa.org/digest/lithuanias-lonely-gambit.php, 15 May 2008.

50.) Heiko Pleines, "Russische Unternehmen und die neuen EU-Mitgliedsländer, Russlandanalysen, 68/05, 14; "Ivan at the pipe: Russia's energy firms are viewed with suspicion as they try to expand in former communist countries", The Economist, 12 Nov. 2004, 67-9.

51.) Bericht des House of Lords, op. cit., 32.

52.) Sergey Yastrzhembsky, "La Russie et l'Europe, enjeux et perspectives", Géoéoéconomie - La Russie et l'Europe, no. 43, Automne 2007, 25-34; Mark Entin, "Relations entre la Russie et l'Union européenne : hier, aujourd'hui, demain", ibid., 35-58.

53.) Jean-Dominique Giuliani, "Union européenne-Russie : je t'aime moi non plus", ibid., 13-4.

54.) Yastrzhembsky, op. cit.

55.) ibid.

56.) Carl F. Fey and Stanislav Shekshnia, "The Key Commandments for Doing Business in Russia", INSEAD Business School Research Paper, no. 2008/16/EFE, http://www.insead.edu/facultyresearch/research/details_papers.cfm?id=19597

57.) Katinka Barysch, "Three questions that Europe must ask about Russia", Centre for European Reform, May 2007, 11 pp., http://www.cer.org.uk/pdf/briefing_russia_16may07_kb.pdf, s. dazu auch den Bericht des House of Lords, European Union Committee, op.cit.

58.) "The new role of Russian enterprises as actors in international business arena – Introduction of the research project", Pan European Institute, Turku School of Economics, 23 Feb. 2006, http://www.tse.fi/FI/yksikot/erillislaitokset/pei/Documents/russia-projectslides.pdf

59.) Wallander, op. cit., 37.

60.) Peter Zashev, "Russian companies in the forthcoming EU member states: a case of LUKOIL in Bulgaria", in: Kari Liuhto (ed.), Expansion or exodus – Why do Russian corporations invest abroad?, International Business Press, 2005, 109-28.

61.) "Steppe change – Russia's smart new business breed is looking west for deals", Financial Times, 21 Nov. 2006, 13.

62.) Eine andere, leicht von Wallander abweichende Stimme ist Mark Leonard vom European Council on Foreign Relations. Dieser verwirft kategorisch Integration als auch Eindämmung (containment) und spricht stattdessen von der Notwendigkeit eine zuverlässige Partnerschaft zu "erzwingen" ("arracher un partenariat"), s. "Russie - la nouvelle menace", entretien avec Mark Leonard, L'Express, 6 mars 2008; Mark Leonard, Nicu Popescu, "Picking a policy on Russia, The Guardian, 18 Nov. 2007. Werden die deutsch-französischen Beziehungen von Beobachtern oft als Vernunftehe bezeichnet, so wäre diese russisch-europäische "Partnerschaft" also eher mit einer Zwangsheirat zu vergleichen; was noch nichts über seine Eignung/Nichteignung als potentielles Ordnungsprinzip in den zwischenstaatlichen Beziehungen aussagen will.

63.) Trenin, Dmitri, 'Freiheit statt Demokratie für Russland', Project Syndicate, http://www.project-syndicate.org/commentary/trenin3/German, Apr. 2005; Dominique Moisi, "Nous devons exiger de la Russie ce qu'elle doit exiger d'elle-même", Nouvelle Europe, http://www.nouvelle-europe.eu, 23 Avr. 2008.

64.) Bericht des House of Lords, op.cit.

65.) zitiert nach Jean-Robert Raviot, "Moscou et la question démocratique: mythes et réalités de la 'nouvelle guerre froide'", Hérodote – revue de géographie et de géopolitique, no. 129 (2008), 204-8.

66.) ibid.

67.) Peeter Vahtra, "Expansion or exodus? – The new leaders among the Russian TNCs", Pan-European Institute, Turku School of Economics, 13/2007, http://www.tse.fi/pei/pub; Peeter Vahtra, Kari Liuhto, "Expansion or exodus? – Foreign operations of Russia's largest corporations", 8/2004, http://www.tse.fi/pei/pub

68.) Heiko Pleines, "Russian business interests and the enlarged European Union", Post-Communist Economies, vol. 17, no. 3, Sept. 2005, 276; 282.

69.) "What to do about Gazprom’s monopoly power?", Centre for European Policy Studies, http://www.ceps.eu/Article.php?article_id=509, 19 Feb. 2007; Lili Di Puppo, "What future for trans-Caspian pipelines after the Turkmenbashi deal?", Caucaz europenews, http://www.caucaz.com/home_eng/breve_contenu.php?id=313, 24 May 2007; "Alles Gazprom oder was?", Podcast HR2 Kultur, http://podster.de/listen/990:569, 30. Jan. 2008.

70.) Kuznetsov, "Prospects of various types of Russian transnational corporations (TNCs)", op. cit., 15.

71.) Paul-Marie Coûteaux, "La Russie sera-t-elle la dernière carte de l'Europe ?", Le Figaro, http://www.lefigaro.fr/debats/2008/04/24/01005-20080424ARTFIG00002-la-russie-sera-t-elle-la-derniere-carte-de-l-europe.php, 4 avr. 2008.

72.) Cyrille Pluyette, "Renault lancera une Lada inspirée de la Logan", Le Figaro, http://www.lefigaro.fr/societes/2008/10/23/04015-20081023ARTFIG00325-renault-lancera-une-lada-inspiree-de-la-logan-.php, 23. Okt. 2008.

73.) Rede von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder, Industrietag Russland, Dresden, http://www.smwa.sachsen.de/set/431/rede_gerhard_schroeder_industrietag.pdf, 16. Sept. 2008

74.) Yann Rousseau, "Medvedev choisit la Chine pour son premier grand déplacement à l'étranger", Les Echos, 23-24 mai 2008, 9.

75.) Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) ist eine internationale Organisation, der Russland, China und vier zentralasiatische Republiken angehören. Die anderen Regionalmächte Indien, Pakistan und Iran haben Beobachter-Status. Die SOZ dient vor allem der russisch-chinesischen Interessensabstimmung und der gemeinsamen Vertrauensbildung, hat aber auch eine Rolle als Gegengewicht zur NATO. Die Zusammenarbeit erstreckt sich vor allem auf militärische Manöver, sicherheitspolitische und Anti-Terror-Maßnahmen. Außerdem hat die SOZ zur Schlichtung mehrere offener Grenzstreitigkeiten beigetragen.

76.) Wallander, op.cit.; Raviot, Qui dirige la Russie?, op.cit., 197.

77.) Paul Krugman, "The Great Illusion", New York Times, http://www.nytimes.com/2008/08/15/opinion/15krugman.html?_r=1&oref=slogin, 14 Aug. 2008.

78.) Interview with Gerhard Schröder, "Serious Mistakes by the West", Der Spiegel, http://www.spiegel.de/international/world/0,1518,572686,00.html, 18 Aug. 2008

79.) Dietrich Creutzburg, Klaus Stratmann, "Wirtschaft sorgt sich um ihr Russland-Geschäft", Handelsblatt, http://www.handelsblatt.com/politik/international/wirtschaft-sorgt-sich-um-ihr-russland-geschaeft;2030342, 1. Sept. 2008,

80.) James G. Neuger, "EU, Dependent on Russian Energy, Balks at Georgia War Sanctions", Bloomberg, http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601085&sid=aOEc0FqqXxHg&refer=europe, 2 Sept. 2008 (Übersetzung der Passage in "Hunde, die bellen", Der Spiegelfechter, http://www.spiegelfechter.com/wordpress/394/hunde-die-bellen, 2. Sept. 2008)


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