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10-09-2004 Sachalin
Auf Sachalin werden Umstände des Brennstoffausfließens aus einem belgischen Schiff geklärt
Auf Sachalin klärt die Staatsanwaltschaft die Umstände des Brennstoffausfließens aus dem belgischen Schiff „Christopher Columbus", das im Aquatorium des Hafens Cholmsk auf eine Sandbank aufgefahren war. Das teilte Jewgeni Kustow, Staatsanwalt der zwischenbezirklichen Naturschutz-Staatsanwaltschaft von Sachalin, mit.

„Im neuen Strafgesetzbuch der Russischen Föderation ist im Artikel 263 die Formulierung über die Verantwortung für die Verletzung der Verkehrssicherheit geändert. Nunmehr tritt die Verantwortung erst beim Tod von Menschen ein, und der Punkt über die Zufugung eines schweren Schadens fehlt jetzt in diesem Artikel", teilte der Gesprächspartner der Agentur mit.

Im Zusammenhang damit, dass etwa 200 Tonnen Heizöl und Diesekraftstoff ausgeflossen waren und ein beträchtlicher Teil der Stadtküste von Cholmsk verschmutzt worden war, nahm die Naturschutz- und die Transportstaatsanwaltschaft nichtsdestoweniger eine Kontrollprüfung vor. Dafür wird das Schiffstagebuch beschlagnahmt, werden der Kapitän der „Christopher Columbus" und andere 28 Mitglieder der Mannschaft befragt.

Die Dokumentation der Hafendienste von Cholmsk wird auch einer Kontrolle unterzogen, denn während des Taifuns „Songda" war der Kapitän der „Christopher Columbus" zweimal benachrichtigt worden, dass großtonnagige Schiffe beim Sturm in hohe See auslaufen müssen. Russische Kontrolldienste werden die Motoren und andere Ausrüstungen des Schiffes untersuchen, das für maritime Rohrverlegungsarbeiten nach dem Erdöl- und Erdgasprojekt „Sachalin-2" bestimmt ist.

Nach der Klärung aller Umstsände dieses Vorkommnisses kann eine Entscheidung über die Einleitung eines Strafverfahrens getroffen werden, teilte man der RIA Nowosti in der Naturschutz- und der Transportstaatsanwaltschaft von Sachalin mit. Unter anderem steht es bevor, zu klären, ob es Umstände höherer Gewalt gegeben hat, woduch das Schiff nach dem Erhalt der Sturmwarnung in hohe See nicht ausgelaufen ist.

In der Staatsanwaltschaft präzisierte man nicht, nach welchen Artikeln das Strafverfahren eingeleitet werden kann.

Wie man am Freitag im Pressedienst der Gebietsverwaltung für Zivilverteidigung und Notstandssituationen mitteilte, war auf Sachalin im Aquatorium des Hafens Cholmsk ein regionaler Plan zur Liquidierung des Ausfließens von Erdölprodukten in Kraft gesetzt worden.

Für die Koordinierung der Arbeit wurden zwei operative Gruppen gebildet: in Cholmsk und in Juschno-Sachalinsk. Die allgemeine Leitung der Arbeiten verwirklicht der Vizegouverneur des Gebiets Degtjarjow, Vorsitzender der Gebietskommission für Verhinderung und Liquidierung von Notstandssituationen und Brandschutz.

Nach den jüngsten Angaben ist etwa 1 Quadratkilometer des Küstenstreifens schon gereinigt. Fünf Tonnen Sorptionsmittel, etwa ein halbes Kilometer Schwimmsperren und andere technische Ausrüstungen für das Sammeln von Erdölprodukten auf dem Wasser sind zur Anwendung vorbereitet.

Nach vorläufigen Schätzungen macht die Größe der Verschmutzung 4,5 Kilometer der Küste von Cholmsk aus. Das Meer ist in einer Entfernung von bis zu 200 Metern vom Festland verschmutzt.

In ständiger Bereitschaft befindet sich ein Schiff der Havarie- und Rettungsverwaltung von Sachalin für das Sammeln von Erdölprodukten auf dem Wasser, das bei einer Wetterverbesserung nach Cholmsk auslaufen wird. An der Liquidierung der Havarie beteiligen sich insgesamt 77 Personen und sieben Einheiten der Technik. (RIA-Nowosti-Korrespondent Pjotr Zyrendorschijew)