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04-10-2004 Sachalin
Aus der "Christopher Columbus" lief erneut verschmutzte Flüssigkeit aus
Aus dem verunglückten belgischen Tankschiff "Christopher Columbus" nahe der russischen Insel Sachalin (Ferner Osten) lief erneut mit Öl verschmutzte Flüssigkeit aus, erfuhr RIA Nowosti aus dem Stab zur Beseitigung der Unfallfolgen.

Die ausgelaufene Flüssigkeit konnte jedoch schnell beseitigt werden, teilte ein Stabssprecher mit.

Die "Christopher Columbus" war am 8. September vom Wirbelsturm Songha auf eine Sandbank 50 Meter von der Hafenstadt Cholmsk entfernt geschleudert worden. Aus den beiden beschädigten Öltanks des Schiffs waren 200 Tonnen Masut und Dieseltreibstoff auf den Strand und ins Meer geflossen. Die für den Naturschutz zuständige Staatsanwaltschaft hatte wegen Umweltverunreinigung ein Strafverfahren eingeleitet.

Die Verteidiger des Kapitäns der "Christopher Columbus", Nicolas Verbraeken, legten gegen diese Entscheidung beim Stadtgericht Cholmsk einen Antrag auf die Berufung ein, verlautet aus der regionalen Staatsanwaltschaft am Montag der RIA Nowosti gegenüber.

Nachdem das Cholmsker Gericht ihren Antrag abgelehnt hatte, legten die Verteidiger nun beim Gebietsgericht Sachalin eine Beschwerde ein, hieß es weiter. Diese Beschwerde soll diese Woche geprüft werden.

Die Ermittlungen im Rahmen des Strafverfahrens wegen Umweltverunreinigung laufen inzwischen weiter. Die Ermittler studieren die Unterlagen, die an Bord der gestrandeten "Christopher Columbus" und bei den Hafendiensten beschlagnahmt wurden.

Es wird unter anderem geklärt, warum der Kapitän des Tankschiffs die Warnung der Hafendienste, auf hoher See Schutz vor dem Wirbelsturm Songha zu suchen, ignoriert hatte.

Bei dem Unfall waren rund sechs Kilometer der Küste von Cholmsk mit Ölprodukten verschmutzt worden. Mindestens 40 Stadteinwohner mussten wegen leichter Vergiftung durch Ausdünstungen medizinisch behandelt werden. Der vom Unfall verursachte materielle Schaden wird auf umgerechnet rund zwei Millionen Dollar geschätzt. (RIA)