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05-10-2004 Sachalin
Bau dritter Gasverflüssigungsfabrik im Rahmen des Sachalin-2-Projekts nicht ausgeschlossen
Der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell (RD Shell) schließt den Bau einer dritten Gasverflüssigungsfabrik im Rahmen des Projekts Sachalin-2 nicht aus. Das teilte der Konzern am Montag in seinem Sitz in Den Haag mit.

Gegenwärtig baut RD Shell zwei Gasverflüssigungsfabriken auf Sachalin mit einer Gesamtleistung von 9,6 Millionen Tonnen im Jahr. Die beiden Fabriken sollen Ende 2007 ihrer Bestimmung übergeben werden. Bereits wurden Verträge über die jährliche Lieferung von 3,8 Millionen Tonnen Gas geschlossen, hauptsächlich nach Japan.

„In der ersten Phase möchten wir uns auf den Verkauf von Gas konzentrieren, das mit den gegen Ende 2007 gebauten Kapazitäten verflüssigt wird. Wenn das Geschäft gut läuft, schließen die Aktionäre den Bau einer dritten Gasverflüssigungsfabrik nicht aus. Allein Japan ist in der Lage, bis zu sechs Millionen Tonnen verflüssigtes Gas im Jahr abzunehmen", sagte ein Konzernsprecher.

Sachalin-2 ist das erste Projekt in Russland, das auf der Basis von Production Sharing Agreements realisiert wird. Unter das Projekt fallen die Öl- und Gasfelder Piltun-Astochskoje und Lunskoje im dem Festlandsockel der fernöstlichen Insel etwa 15 Kilometer von ihrer nordöstlichen Küste des Ochotskischen Meeres, das in diesem Raum bis zu sieben Monaten im Jahr mit Eis bedeckt ist.

Betreiber des Sachalin-2-Projekts ist das Unternehmen Sakhalin Energy Investment Company Ltd (Sakhalin Energy). Es wurde im Jahr 1994 für die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen im Sachalin-Festlandsockel ins Leben gerufen.

Aktionäre von Sakhalin Energy sind das britisch-niederländische Unternehmen Shell Sakhalin Holdings B.V. (55 Prozent der Anteile), die japanische Firma Mitsui Sakhalin Holdings B.V. (25 Prozent) und die japanische Mitsubishi-Tochter Diamond Gas Sakhalin B.V. (20 Prozent).

Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 bis 40 Jahren und soll etappenweise umgesetzt werden. Die erforderlichen Investitionen werden von Experten auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Gesamtvorräte in den zwei Feldern belaufen sich nach vorläufigen Berechnungen auf 150 Millionen Tonnen Öl und 500 Milliarden Kubikmeter Gas. Mit der ersten Etappe war 1996 begonnen worden: Im Juli 1999 wurde in Piltun-Astochskoje das erste Öl gewonnen.

In der ersten Etappe wurden eine stationäre Bohrinsel vom Typ Molikpak wie auch eine Anlegestelle und das schwimmende Öldepot „Ocha" gebaut. Beim Depot handelt es sich um einen Supertanker mit einer Wasserverdrängung von 159 000 Tonnen.

Vor Beginn einer jeden Fördersaison (Ende Mai - Anfang Juni) werden die drei Anlagen zu einem einheitlichen Produktionskomplex - „Witjas" - verbunden. Das gewonnene Öl wird auf Tankschiffe umgeschlagen.

Es handelt sich dabei um ein provisorisches Schema, das noch einige Jahre verwendet wird - bis zum Bau einer Fernleitung zum Süden Sachalins und eines großen Küstenterminals in der Siedlung Prigorodnoje des Rayons Korsakow. (RIA-Nowosti- Korrespondent Andrej Poskakuchin).