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07-10-2004 Sachalin
Kapitän von "Christopher Columbus" bleibt auf freiem Fuss
Das Gebietsgericht Sachalin hat den Kapitän des nahe der russischen Insel Sachalin gestrandeten belgischen Tankschiffs "Christopher Columbus" auf freiem Fuss belassen. Dies erfuhr RIA Nowosti aus dem Presseamt des Gerichtsdepartements von Sachalin.

Das Strafkollegium des Gebietsgerichts lehnte die Beschwerde eines für Naturschutz zuständigen Staatsanwalts gegen das Urteil des Stadtgerichts Cholmsk ab, das sich geweigert hatte, den Kapitän des Unglücksschiffs inhaftieren zu lassen.

Wie aus der Gebietsstaatsanwaltschaft verlautete, dürfen die Ermittlungsbehörden laut dem russischen Recht nun Geldkaution fordern.

Der Antrag der für den Naturschutz zuständigen Staatsanwaltschaft, den Kapitän von "Christopher Columbus" Nicolas Verbraeken in Haft zu nehmen, war am 24. September von der föderalen Richterin Julija Kurilo abgelehnt worden.

Der Belgier war vom stellvertretenden Sachaliner Staatsanwalt Sergej Moltschanow für 48 Stunden festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte in Übereinstimmung mit dem russischen Recht im Rahmen des am 14. September gegen den Belgier eingeleiteten Strafverfahrens wegen " Meeresverschmutzung aus Fahrlässigkeit".

Als die "Christopher Columbus" am 8. September vom Wirbelsturm Songha auf eine Sandbank nahe Cholmsk geschleudert worden war, flossen aus seinen Öltanks knapp 200 Tonnen Treibstoff auf den Strand und ins Meer. Der vom Unfall verursachte materielle Schaden wird auf umgerechnet rund zwei Millionen Dollar geschätzt

Im Rahmen der laufenden Ermittlung wird unter anderem geklärt, warum der Kapitän des Tankschiffs die rechtzeitige Warnung der Hafendienste, auf hoher See Schutz vor dem Wirbelsturm zu suchen, ignoriert hatte.

Die Verteidiger des Belgiers fordern eine Aussetzung des Strafverfahrens und legten einen entsprechenden Antrag beim Gebietsgericht Sachalin ein.

Zugleich fordert das Stadtparlament von Cholmsk vom Gebietsgouverneur und vom Staatsanwalt, die Kontrolle über die Ermittlung des Unfalls zu verstärken und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. (RIA)