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03-11-2004 Sachalin
China nimmt Kampf um Sachalin-Gas mit Hilfe von ExxonMobil auf
Vertreter der Unternehmen Gasprom und ExxonMobil haben am Vortag ihre Absicht bekundet, im Rahmen des Projekts Sachalin-1 zusammenzuarbeiten. (ExxonMobil agiert als Operator des Projekts).

Gestern wurde außerdem bekannt, dass ExxonMobil und China National Petroleum Corporation (CNPC) Verhandlungen über Gaslieferungen von Sachalin-1 nach China aufgenommen haben. Erörtert werden Möglichkeiten für den Bau einer Gaspipeline von der Insel Sachalin in die VR China im Wert von 9,4 bis 14,1 Milliarden Dollar. Für Gasprom könnte eine Teilnahme an diesem Projekt eine Alternative zum Bau einer Gasfernleitung aus Ostsibirien nach China sein, schreibt „Kommersant" am Mittwoch.

Formell hat Gasprom keine Anteile an Sachalin-1, im nächsten Jahr sollen aber Aktiva des Unternehmens Rosneft in die Firma Gaspromneft aufgenommen werden, u. a. auch die 20prozentige Beteiligung am Sachalin-Projekt.

Bisher gab die Beteiligung des japanischen Konsorziums SODECO an diesem Projekt Grund zur Annahme, dass die Gaslieferungen von Sachalin-1 per Pipeline bzw. als Flüssiggas nach Japan gehen sollten. Die Rentabilität eines solchen Projekts rief aber in Japan seit langem Zweifel hervor.

Gegenwärtig machen die im Rahmen des Sachalin-1-Projekts vorliegenden Gasvorräte den Bau einer kostspieligen Gaspipeline nach China nicht rentabel. In Zukunft aber sind Gaslieferungen nach China dennoch möglich: Ein Pipeline-Korridor Sachalin-Chabarowsk steht zwar bereits, seine Kapazitäten machen jedoch nur ein Bruchteil des potentiellen Umfangs von Gaslieferungen im Rahmen des Sachalin-1-Projekts aus. Ein Ausbau dieser Gasfernleitung und deren Verlängerung auf der Route Chabarowsk-Wladiwostok-Charbin könnte nicht nur ExxonMobil und Gasprom, sondern auch anderen Projekten auf dem Sachalin-Schelf einen Zugang zum Gasmarkt des Fernen Ostens ermöglichen.

Die hypothetische Gaspipeline ist wertmäßig mit der Gasfernleitung aus Kowykta vergleichbar und würde Gasprom die Möglichkeit geben, sich mit der Realisierung von Gasprojekten in Ostsibirien bis 2010 nicht zu beeilen. (RIA)