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18-11-2004 Sachalin
Sachalin protestiert gegen mögliche Übergabe von Kurileninseln an Japan
Ein Skandal im Zusammenhang mit den jüngsten Erklärungen von Außenminister Sergej Lawrow und Präsident Wladimir Putin, zwei der vier Südkurileninseln (die verwaltungsmäßig zum Gebiet Sachalin gehören) könnten eventuell an Japan übergeben werden, breitet sich auf der fernöstlichen Insel Sachalin aus.

Wie der Abgeordnete Sergej Ponomarjow, Chef der mehrere Fraktionen umfassenden Abgeordnetengruppe „Für russische Kurileninseln!" im Sachalin-Parlament, gegenüber der „Nesawissimaja gaseta" mitteilte, werden Vertreter der Liberaldemokratischen Partei Russlands, der KPRF und der Partei Heimat am 20. November an einer Kundgebung, die der Integrität Russlands gelten soll, in Juschno-Sachalinsk teilnehmen.

Kategorisch äußerte sich Fjodor Sidorenko, Bürgermeister der Sachalin-Hauptstadt Juschno-Sachalinsk, zu einer eventuellen Übergabe eines Teils der Südkurilen: „Für uns, Einwohner des Gebiets Sachalin, sind alle Kurileninseln ohne Ausnahme russischer Boden, der unsere Fischer und deren Familien ernährt. Ich glaube, dass von einer Übergabe unserer Gebiete an Japan - Verbündeter Hitlerdeutschlands im Großen Vaterländischen Krieg - keine Rede sein kann."

In einer am 15. November angenommenen Erklärung der Sachaliner regionalen Organisation „Für Integrität russischer Ostterritorien" heißt es: „Im Falle von Verhandlungen mit Japan über eine Übergabe der Südkurileninseln an dieses, von der Unterzeichnung eines Vertrags über deren Übergabe ohne Rücksprache mit der Bevölkerung des Gebiets Sachalin ganz zu schweigen, behalten wir uns das Recht vor, die Bevölkerung zu einem zivilen Ungehorsam aufzurufen." Sollten die Inseln an Japan übergeben werden, heißt es im Dokument, könne sich die Organsation an die Föderalversammlung Russlands mit der Forderung wenden, „Präsident W. W. Putin wegen Hochverrat des Amtes zu entheben".

Was die von Sachaliner Medien dieser Tage verbreiteten Informationen anbelangt, für die Verteidigung der Kurileninseln werde eine Kampfeinheit gebildet, teilte Sergej Ponomarjow gegenüber der „Nesawissimaja gaseta" mit, er wisse nur aus Zeitungen davon. „Wir haben nicht vor, Gewaltaktionen vorzunehmen", erklärte der Abgeordnete. (RIA)