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19-08-2004 Sachalin
Japan finanziert Bau koreanischen Kulturzentrum auf Insel Sachalin
Japans Regierung hat Geldmittel für den Bau eines Koreanischen Kulturzentrums auf der russischen Insel Sachalin bereitgestellt. Das erfuhr RIA Nowosti am Donnerstag im Generalkonsulat Japans in Juschno-Sachalinsk, Verwaltungszentrum des Gebiets Sachalin, zu dem neben der gleichnamigen Insel auch die Südkurileninseln gehören.

Die Mittel wurden von der Gesellschaftsorganisation für die Unterstützung der koreanischen Diaspora auf Sachalin bereitgestellt, die von den Gesellschaften Japans Rotes Kreuz und Koreas Rotes Kreuz gegründet worden war.

Die Grundsteinlegung für das Kulturzentrum wird am morgigen Freitag in Juschno-Sachalinsk stattfinden.

Das Zentrum soll zu einem Treffpunkt für die auf der Insel lebenden Koreaner der ersten Generation werden, die „vor dem Ende des 2. Weltkrieges aus verschiedenen Gründen auf die Insel Sachalin umgesiedelt sind", hieß es im Generalkonsulat Japans. Während der 40 Jahre langen Herrschaft Japans auf dem südlichen Teil Sachalins (dieses Territorium war als Folge des von Russland verlorenen russisch-japanischen Krieges 1904-1905 an Japan gegangen) waren Tausende von Koreanern als Arbeitsgkraft aus Korea auf die Insel Sachalin gebracht worden.

Nach 1945 wurden die Japaner aus dem Gebiet Sachalin deportiert, während die Koreaner geblieben sind, weil sie weder eine japanische, noch eine sowjetische Staatsbürgerschaft hatten. Viele lehnten bewusst die UdSSR-Staatsbürgerschaft ab, weil sie auf eine Rückkehr nach Korea hofften. Der Kalte Krieg nahm ihnen jedoch diese Möglichkeit.

Nach der Herstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen der UdSSR und Südkorea im September 1990 wurden die Bemühungen um die Rückführung der Koreaner in die historische Heimat aufgenommen. Japans Regierung finanzierte den Bau eines Altersheims im Süden der Koreanischen Halbinsel und eines Wohnviertels in der Stadt Ansan. Rund 2 000 Sachalin-Koreaner der ersten Generation zogen dorthin um.

Dennoch bleiben viele Nachkommen dieser Koreaner, von denen die Meisten Russlands Bürger sind, sowie ein Teil der älteren Koreaner, die sich nicht von ihren Kindern und Enkelkindern trennen wollen, auf der Insel Sachalin. Für sie ist das künftige Koreanische Kulturzentrum bestimmt. (RIA)