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24-11-2004 Sachalin
Untersuchung der Umstände des Transports einer radioaktiven Fracht aus Südkorea nach Sachalin eingeleitet
Der Zolldienst Sachalin hat am Mittwoch mit der Untersuchung der Umstände des Transports einer radioaktiven Fracht aus Südkorea nach dem Seehafen Korsakow begonnen.

Wie der RIA Nowosti bei der fernöstlichen Zollverwaltung mitgeteilt wurde, war am Dienstag ein Container mit einem hohen Grad von radioaktiver Strahlung entdeckt worden.

"Nachdem der Container von Bord eines Motorschiffes abgeladen worden war, wurde er am Komplex ‚Jantar' kontrolliert, der zeigte, dass die radioaktive Strahlung der Fracht die maximal zulässige Norm wesentlich übersteigt", teilte ein Mitarbeiter des Zolldienstes der RIA Nowosti mit.

Festgestellt wurde, dass die im Container befindlichen Ausrüstungen zur Qualitätskontrolle beim Rohrschweißen für die Sachaliner Tochtergesellschaft des südkoreanischen Unternehmens DAEWO bestimmt waren.

Die Sachaliner DAEWO-Tochtergesellschaft ist einer der Nachauftragnehmer beim Bau eines Werkes für Erdgasverflüssigung im Rahmen des Erdöl- und Erdgasprojekts "Sachalin-2".

"In Anwesenheit von Spezialisten des Ministeriums für Notstandssituationen, des Zentrums für staatliche sanitärepidemiologische Aufsicht und der Föderalen Agentur für Sicherheitsaufsicht in der Kernenergetik wurde festgestellt, dass die Strahlungsmessgeräte an der Oberfläche des Containers das Zwanzigfache und im Container das Siebzigfache der natürlichen Untergrundstrahlung anzeigten, und die Quellen selbst eine Radioaktivität ausstrahlten, die um das 200-fache über die Norm lag", sagte der Gesprächspartner der Agentur.

Die gefährliche Fracht war in den Begleitpapieren angegeben. Aber es fehlten die in der russischen Gesetzgebung vorgesehenen Genehmigungen und Lizenzen für ihren Transport.

Das ist nicht der erste Fall, da Unternehmen, die Bauarbeiten auf vertraglicher Grundlage bei Schelfprojekten erfüllen, die geltende russische Gesetzgebung verletzten, indem sie radioaktive Frachten nach Sachalin brachten.

Im April 2004 wurde ein Strafverfahren gegen das Unternehmen BETS, ein Auftragnehmer der Operatorgesellschaft des "Sachalin-2"-Projekts, für die Einfuhr von Ausrüstungen nach Sachalin eingeleitet, die ebenfalls die zulässige Untergrundstrahlung überstieg.

Das Joint Venture BETS war durch das russische Unternehmen Technostroiexport, die türkische Firma Enka und die amerikanische Gesellschaft Bechtel für den Bau eines technologischen Küstenkomplexes im Rahmen der zweiten Etappe des "Sachalin-2"-Projektes gegründet worden. (RIA)