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13-04-2005 Sachalin
Gasprom will blockierendes Aktienpaket von Sachalin-2
Russlands Gasmonopolist Gasprom hat Einzelheiten des geplanten Geschäfts mit Royal Dutch/Shell offenbart, bei dem Aktiva ausgetauscht werden sollen, schreibt die „Wedomosti" am Mittwoch.

Es sei geplant, dass Gasprom ein blockierendes Aktienpaket (25 Prozent plus eine Aktie) im Projekt Sachalin-2 bekommt (150 Millionen Tonnen Öl und 500 Milliarden Kubikmeter Gas; 55 Prozent der Aktien hält bislang Royal Dutch/Shell, 25 Prozent Mitsui und 20 Prozent Mitsubishi). Shell erhält dafür 50 Prozent am Projekt zur Erschließung der schwer förderbaren Vorräte des Vorkommens Sapoljarnoje im Hohen Norden Westsibiriens (2,8 Billionen Kubikmeter Gas). Das teilte Alexander Medwedew, Generaldirektor der Gasprom-Tochter Gasexport, am Dienstag mit.

„Die Ergebnisse der Verhandlungen entsprechen weitestgehend unseren Erwartungen", betonte er.

Ein Shell-Sprecher teilte allerdings später mit, dass es trotz der erzielten großen Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen beiden Gesellschaften noch verfrüht wäre, von einem Ergebnis zu sprechen. „Einzelheiten des Geschäfts werden noch diskutiert, endgültige Abkommen sind bis jetzt keine unterzeichnet worden."

Wie ein Gasprom-Manager erklärte, will Shell sein blockierendes Aktienpaket in Sachalin-2 nicht bloß für eine Teilnahme an der Erschließung der Lagerstätten in Sapoljarnoje hergeben. Die britisch-holländische Firma will zusätzlich noch einen kleinen Anteil am Schtokman-Projekt bekommen (Schelf der Barentssee; 3,2 Billionen Kubikmeter Gas und 31 Millionen Tonnen Kondensat, die Abbaulizenz gehört Gasprom).

Wie aus einer zuständigen Behörde verlautete, werde Shell im Endeffekt einen Kompromiss mit Gasprom eingehen müssen. Russlands Rechnungshof hätte vor kurzem ermittelt, so ein Beamter dieser Behörde, dass ausländische Investoren 2,5 Milliarden Dollar an der Erschließung von Sachalin-2 gespart hätten. „Der Gasprom-Einstieg in dieses Projekt könnte Shell helfen, eventuelle Auseinandersetzungen mit Russlands Regierung zu vermeiden", hieß es.

Nach Ansicht von Analytikern sind 50 Prozent von Sapoljarnoje im Austausch gegen Sachalin-2-Aktien ein einträgliches Geschäft für Shell, und das Unternehmen könne kaum noch mit einem Schtokman-Anteil rechnen. Laut Schätzungen könnte der Anteil am Sapoljarnoje-Vorkommen etwa zwei Milliarden Dollar wert sein. Auf den gleichen Wert werden auch 25 Prozent der Sachalin-2-Aktien veranschlagt. (RIA)