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30-09-2006 Sachalin
Streit um Sachalin-2: Großbritannien bestätigt Umweltschutzdefizite
Im Streit der russischen Umweltschutzbehörden mit Shell hat der britische Umweltschutzminister, David Miliband, bestätigt, dass das Projekt Sachalin-2 ökologische Risiken birgt.

"Wir haben uns immer für hohe Umweltstandards bei der Umsetzung des Projekts eingesetzt", sagte Miliband am Freitag. "Dennoch bleiben wesentliche Umweltprobleme ungelöst." Wie Miliband weiter sagte, warte er auf die Entscheidung der russischen Behörden.

Zuvor hatten die russischen Umweltschutzbehörden dem Konsortium Sakhalin Energy schwere Umweltbelastung bei der Erschließung der Erdöl- und Erdgasvorkommen vor der Pazifik-Insel Sachalin vorgeworfen. Der russische Minister für Naturressourcen Juri Trutnew lehnte auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft die bereits 2003 von seinem Ministerium gebilligte Umweltexpertise zum Projekt ab und ordnete ein neues Gutachten an.

Drei Tage später meldete die Umweltstiftung WWF Russland den Massentod von Fischen und Krabben im Raum des Sachalin-2-Projektes.

Sakhalin Energy ließ daraufhin wissen, dass die Entscheidung des Ministeriums für Naturressourcen zu Verzögerungen bei der Verwirklichung des Projektes führen könne. "Wir werden mit den zuständigen russischen Behörden weiter zusammenarbeiten, um den Streit beizulegen und das Vertrauen der ausländischen Kunden in Japan, Korea und Nordamerika nicht zu verlieren, gegenüber denen sich Sakhalin Energy verpflichtet hat, die Gaslieferungen 2008 aufzunehmen" hieß es aus dem Unternehmen.

Im Rahmen des Projektes Sachalin-2 werden die Vorkommen "Piltun-Astochskoje" und "Lunskoje" vor der russischen Pazifikinsel Sachalin erschlossen. Die sicher gewinnbaren Vorräte werden auf 150 Millionen Tonnen Öl und 500 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt. Vorgesehen ist der Bau einer Gasverflüssigungsanlage mit einer Jahreskapazität von 9,6 Millionen Tonnen. Das Flüssiggas soll nach Japan, Korea und in die USA geliefert werden. Die ersten Lieferungen sind für 2008 geplant.

Das PSA-Abkommen (Production Sharing Agreement) zum Projekt war 1994 unterzeichnet worden. Die russische Seite war durch die Regierung des Landes und durch die Verwaltung des Gebietes Sachalin vertreten. Der Projektbetreiber ist Sakhalin Energy, dessen Eigner das britisch-niederländische Unternehmen Royal Dutch/Shell (55 Prozent) sowie die japanischen Firmen Mitsui (25 Prozent) und Mitsubishi (20 Prozent) sind. [ RIA Novosti ]