russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



05-10-2006 Sachalin
Streit um Sachalin-2-Projekt schreckt Investoren ab
Der Konflikt zwischen Shell und der russischen Regierung hält andere Investoren zurück. Gestern erklärte Eni-Vorstandschef Paolo Scaroni, dass seinen Energiekonzern die Probleme abschrecken, mit denen Ausländer in der Russischen Föderation konfrontiert werden, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

Die Experten nehmen an, dass Scaroni einen Anlass finden wollte, um die für den 15. Oktober geplante Unterzeichnung eines Abkommens mit Gasprom über Vermögensaustausch hinauszuzögern, worüber die künftigen Partner immer noch uneins sind.

Die Aussage Scaronis könnte bedeuten, dass die Situation um das Projekt Sachlin-2 die Investoren, die eine positive Einstellung zur Russischen Föderation haben, ihre Ansichten über die Arbeit in unserem Land neu bewerten werden. Die aktuellen Probleme kann man beilegen, wenn der Investitionsschutz garantiert werde, meint Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien.

"Wir sind bereit, ausländischen Unternehmen Gehör zu schenken. Aber sie versuchen, aus dem Staat alles herauszupressen, und der Staat schützt seine Interessen", sagte ein ranghoher Beamter, der Makarkin in dem Fall nicht beipflichtet. "Wir verzichten nicht auf unsere Verpflichtungen. Aber diese Unternehmen müssen sich anständig benehmen."

Es könnte sein, dass Eni versuche, vorteilhaftere Bedingungen der Zusammenarbeit auszuhandeln, und die Probleme von Sachalin-2 spielen dabei eine nebensächliche Rolle, nimmt Michail Sack, Analyst der Investitonsgesellschaft Veles-Capital, an.

Die Verhandlungen zwischen Gasprom und Eni verliefen alles andere als einfach, berichtete zuvor eine dem Konzern nahe stehende Quelle. Gasprom möchte Zugang zum italienischen Gasmarkt haben, bestenfalls mit Kontrollanteilen. Doch Eni wird wohl dem Partner nur Beteiligungen in Drittländern anbieten.

Gestern teilte die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit, dass die Verhandlungen in eine Sackgasse geraten sind und am 15. Oktober keine Dokumente unterzeichnet werden. Vertreter von Gasprom behaupten, dass das Abkommen in den festgesetzten Fristen unterzeichnet wird. "Wir wissen nicht, welche Probleme Eni in Russland hat", sagte ein Manager des Gasmonopols.

Ein Vertreter eines westlichen Ölriesen gibt zu, dass alle Angriffe von russischen Beamten im Vergleich zu den Sabotageattacken, auf die Shell in Nigeria stößt, eine Lappalie ist. "Die größten Erdölunternehmen arbeiten in Afrika, in Kolumbien und in anderen gefährlichen Ländern. Das ist vorteilhaft. Deshalb wird keines dieser Unternehmen Russland freiwillig verlassen", resümiert die Quelle. [ RIA Novosti ]