russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



20-02-2007 Sachalin
Indischer Konzern ONGC will Hauptpartner für Sachalin-3 werden
Die Leitung des staatlichen indischen Öl- und Gasunternehmens ONGC hat die Absicht bekundet, einen 49-prozentigen Anteil am russischen Schelfprojekt Sachalin-3 zu bekommen. Dabei wird ONGC allerdings mit anderen ausländischen Unternehmen wie ExxonMobil und Sinopec konkurrieren müssen, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Dienstag.

Wahrscheinlich werden die Inder entweder ihre Ansprüche herunterschrauben oder einen mächtigen russischen Partner finden müssen.

Derzeit importiert Indien 95 Millionen Tonnen Öl im Jahr. Deshalb ist das Interesse Indiens für den Kirinski-Abschnitt im Sachalin-3-Projekt, dessen Abbau angeboten wird (die Vorräte belaufen sich auf rund 720 Milliarden Kubikmeter Gas und 453 Millionen Tonnen Öl) durchaus verständlich.

Vorerst kooperiert ONGC im Rahmen des Sachalin-1-Projekts mit ExxonMobil und Rosneft und ist dabei nur mit 20 Prozent daran beteiligt. Insofern könnte der indische Konzern gerade mit dem russischen Staatsunternehmen eine Abmachung erzielen.

Sachalin-3 könnte nach Angaben des Ministeriums für Naturnutzung bereits in diesem Jahr ausgeschrieben werden, sobald die Änderungen des Gesetzes über „Bodennutzung“ beschlossen werden, die eine Einschränkung der Arbeit ausländischer Unternehmen auf russischen Vorkommen vorsehen.

Bis dahin müsste ONGC mit einem russischen Unternehmen ein Joint Venture gründen, um zum Ausschreiben zugelassen zu werden. Höchstwahrscheinlich wird das der Konzern Rosneft sein, mit dem die Inder in den vergangenen Jahren bereits über eine Beteiligung an diversen Förderprojekten verhandelt haben.

Voraussichtlich würde Rosneft im Falle der Gründung eines Joint Ventures die Kontrolle übernehmen, während der ausländische Partner die komplette Finanzierung stemmen wird, welche die russische Seite mit ihrem Anteil der geförderten Ressourcen begleichen könnte, schreibt die Zeitung. [ RIA Novosti  / russland.RU ]