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19-12-2007 Sachalin
Waldschaden: Russland belegt Öl-Konsortium Sachalin mit Millionenstrafe
Russland will das Öl- und Gas-Konsortium Sachalin Energy, zu dem auch der britisch-niederländische Shell-Konzern gehört, wegen Waldschäden mit einer Geldstrafe von umgerechnet elf Millionen Euro belegen. "Wir haben eine Forderung von 390 Millionen Rubel gestellt", sagte der Leiter der russischen Umweltschutzbehörde, Oleg Mitwol, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete.




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Ihm zufolge hat das Unternehmen die Möglichkeit, diese elf Millionen Euro freiwillig zu bezahlen. Andernfalls werde „die Geldforderung nach einem gesetzlich festgelegten Verfahren geltend gemacht“. Die Waldschäden seien beim Bau einer Gas-Pipeline entstanden, berichtete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS, ebenfalls unter Berufung auf Mitwol.

Wie Unternehmenschef Ian Crage damals mitteilte, ist geplant, die Arbeiten zur Beseitigung der ermittelten Verstöße in einem Jahr abzuschließen. Die Arbeiten seien zu 22 bis 28 Prozent erledigt worden, so Crage. Er erklärte den langsamen Verlauf der Arbeiten mit einem langwierigen Prozess der Abstimmung des Naturschutzplanes sowie damit, dass sein Unternehmen jetzt die am stärksten betroffenen und durch Erdrutsch gefährdeten Abschnitte der Flussufer wiederherstelle.

Zu dem Sachalin-Konsortium gehören neben Shell auch der russische Energiekonzern Gazprom und die japanischen Konzerne Mitsui und Mitsubishi. Es betreibt das derzeit weltweit größte private Öl- und Gasförderprojekt Sachalin II mit einem Investitionsvolumen von 20 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro). In seinem Rahmen soll vor der Insel Sachalin eine Förderinsel sowie eine Gas-Verflüssigungsanlage gebaut werden.

Gazprom hatte Ende 2006 nach heftigem Ringen mit den ausländischen Investoren die Mehrheit an dem Projekt übernommen. Shell musste unter Druck der russischen Behörden seine Führungsrolle im Konsortium abgeben. Nach Ansicht von politischen Beobachtern missfiel der russischen Regierung aber vor allem, dass das größte Rohstoff-Projekt des Landes in den Händen ausländischer Konzerne war.