Sicherheitskonferenz in München: tiefes Misstrauen

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Wenn Offenheit und unverblümte Worte einen Dialog als positiv kennzeichnen, war die am Sonntag zu Ende gegangene Münchner Sicherheitskonferenz ein Erfolg. Wie in einem Brennglas traten in der bayerischen Hauptstadt die teilweise diametral entgegengesetzten Positionen und Interpretationen der russischen und der westlichen Seite zutage.

Schon vor dem Ende der UdSSR 1991, praktisch seit ihrer Gründung als Wehrkundetagung 1963, war die alljährliche Sicherheitskonferenz ein Gradmesser für die Beziehungen zwischen Ost und West in Europa. Daran hat auch die Teilnahme von Vertretern aus Nicht-NATO-Staaten seit 1999 kaum etwas geändert. Zudem liegen die Schauplätze der derzeit geopolitisch bedeutendsten Krisen im europäisch-nahöstlichen Raum: Syrien und die Ukraine.

Erinnerung an die 1980er Jahre

Wie der Name vorgibt, versammelt die Münchener Veranstaltung Experten für Verteidigung, Militär und Rüstung. Der Vorwurf, dieser Personenkreis sei grundsätzlich geneigt, sich mehr mit Konfliktpotentialen zu beschäftigen als mit Möglichkeiten zum Dialog, begleitet die Konferenz seit Jahrzehnten. In den 1980ern, als in München vor der aggressiven und expansiven Sowjetunion gewarnt wurde, brandmarkten viele Mitglieder der Friedensbewegung die Veranstaltung als Hochfest kalter Krieger und Eisenfresser.

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