South Stream Pipeline vor Comeback ?

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Russland überlegt offenbar, das im Herbst 2014 mit großem Applomb begrabene Gaspipeline-Projekt „South Stream“ unter dem Schwarzen Meer nach Bulgarien wiederzubeleben. Eine entsprechende Meldung wird in bulgarischen Medien kolportiert.

Wie die russische Wirtschaftszeitung Wedomosti schreibt, gab es dafür heute – dem ersten Arbeitstag nach den langen russischen Neujahrsferien – jedoch keine Bestätigung. Das Energieministerium in Moskau teilte mit, auf russischer Seite bleibe „alles beim alten“. Gazprom wollte keinen Kommentar abgeben.

Probleme mit TurkStream und Kraft Sibiriens

Die Sofiaer Zeitung Standard berichtet unter Berufung auf bulgarische Regierungskreise, die zwei wesentlichen Gründe für die Wiederaufnahme des Projekts seien der akute russisch-türkische Konflikt und die Probleme beim Bau der Gaspipeline „Kraft Sibiriens“.

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets über der syrischen-türkischen Grenze Ende November vergangenen Jahres war über Nacht eine politische Eiszeit in den russisch-türkischen Beziehungen hereingebrochen. Seither sind Wirtschaftssanktionen in Kraft, und Großprojekte wie das geplante türkische Rosatom-KKW und die türkisch-russische Gaspipeline „TurkStream“ wurden gestoppt.

Unterbrochen sind auch die Vorbereitungen zum Bau eines wichtigen Teilstücks der sibirischen Gaspipeline „KraftSibiriens“. Zwei Tage vor dem Jahresende stoppte das Unternehmen Gazprom eine seit Ende November laufende Ausschreibung für 822 Kilometer Pipeline in verschiedenen Teilstücken. Ausschlaggebend war angeblich Kritik an den Ausschreibungsbedingungen seitens der russischen Antimonopolbehörde. Manche sehen darin eine großangelegte des Putin-Intimus‘ und größten Röhrenlieferanten der Gazprom, Arkadi Rosenberg. Er ist angeblich interessiert, sich den Auftrag ohne Ausschreibung zu sichern. Bestätigungen für eine solche Annahmen gibt es nicht.

Realismus nach emotionalen Reaktionen

TurkStream wurde als Schwarzmeer-Pipelineprojekt erst seit Anfang 2015 in der Öffentlichkeit diskutiert.

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