Terroranschlag in Brüssel: Warnte Russland die Behörden?

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Hatte der russische Geheimdienst Kenntnis von den bevorstehenden Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen und Metrostationen? Laut dem Portal LifeNews hätte Russland den belgischen Behörden Informationen über die Vorbereitungen dreier Angehörige der Terrormiliz Daesh übermittelt.

Bereits Ende Februar seien demnach das weißrussische Brüderpaar Iwan und Alexej Dowbasch sowie Marat Junusow von Weißrussland aus nach Belgien gereist. Die beiden Brüder ließen sich, nachdem zuerst der 27-jährige Alexej Dowbasch und später auch sein jüngerer Bruder zum Islam konvertierten, in Syrien paramilitärisch ausbilden. Anschließend seien sie, wie die Quelle des Nachrichtenportals berichtete, in die Europäische Union ausgereist.

Auch der weißrussische Inlandsgeheimdienst wusste um die Attentäter und den bevorstehenden Terrorakt, der mindestens drei Dutzend Menschen in den Tod riss. „Ja, sie sind gebürtige Weißrussen“, wird Pressesprecher Dmitri Pobjarschin von LifeNews zitiert. „Die Staatssicherheit weiß von ihrer Existenz. Derzeit werden Ermittlungen bezüglich dieser Personen durchgeführt“, so Pobjarschin.

In Brüssel wurden die U-Bahn-Stationen bis frühestens 16:00 Uhr geschlossen und der Verkehr komplett eingestellt. An Bahnhöfen wird Militär deutliche Präsenz zeigen. Sicherheitshalber wurden auch die beiden belgische Atomkraftwerke Tihange, etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt, und Doel evakuiert. Man schließt nicht aus, dass sich in dem Beneluxland noch weitere Attentäter aufhalten. Die Polizei begann unmittelbar nach den Anschlägen mit umfangreichen Hausdurchsuchungen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.