Ukraine rüstet in der Frontzone heftig auf

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Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums der ostukrainischen Donezker Volks Republik (DVR), Eduard Bassurin am Montag der Donezker Nachrichtenagentur sagte, rüsten die ukrainischen Regierungstruppen im Frontbereich stark auf und der Ort Kominternovo sei erneut beschossen worden.

Allein in den letzten Tagen seien 70 Stück schweres Kriegsgerät – von Panzern über Raketenwerfern, Haubitzen, Schützenpanzern und Lastwagen mit Munition, Pontonbrücken und mehr – in das Gebiet Gorlovka, Donezk und Mariupol verlegt worden. Mehrere Hundert Soldaten mit Offizieren der Regierungstruppen und zwei Züge des rechtsextremen Aidar Bataillons kamen zusätzlich in den Frontbereich.

Derweil veröffentlichte die Zeitung »Kommersant« am Sonntag ein Interview mit Boris Gryslow, dem russischen Vertreter in der Minsker Kontaktgruppe, in dem er sich vorsichtig optimistisch gab. Nach seinem Gespräch mit Präsident Poroschenko habe er keine Zweifel, dass bei der Umsetzung des Minsker Abkommens ernsthafte Fortschritte gemacht werden können. Er weigere sich, die aktuelle Situation als Sackgasse zu sehen. Es gäbe eine Menge bahnbrechender Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Er sähe aber auch, dass es Gruppen gibt, die keine Verbesserung, sondern eine Sackgasse wollen, weil sie darin für sich einen Vorteil sähen.

Als einen „kleinen“ Erfolg kann man verbuchen, dass unter den Augen der Kommission zur Überwachung des Waffenstillstands jetzt die Reparatur der Gorlovka-Mayorsk Druckwasserleitungen, einem Teil des Siversky-Donezk-Donbass-Kanal, begonnen hat. Sie ist die einzige Trinkwasserquelle für die Bürger der DVR. Der Kanal wurde im August 2014 durch den Beschuss ukrainischen Streitkräfte beschädigt. Die Kontrahenten liegen sich hier quasi auf Sichtweite (700 m) gegenüber und auf beiden Seiten wurde jetzt gleichzeitig mit der Minenräumung begonnen.

In Kiew hat eine Umbesetzung der Regierungsmannschaft begonnen. Man ist zur Erkenntnis gekommen, dass eine Reihe von Ministern mangelhaft gearbeitet hätte und nicht genügend qualifiziert sei. Es sei zwar nicht Aufgabe des Parlaments, die einzelnen Minister zu bestimmen, es müsse jedoch „dafür sorgen, dass diejenigen, die kommen, professionell genug sind und eine eigene Sicht auf das hätten, was sie tun müssen, um die Situation in der Ukraine zu ändern.“

Kulturminister Wjatscheslaw Kirilenko hat am Montag alle Konzerte des italienischen Opern- und Pop-Sängers Alessandro Safina in der Ukraine verboten. Begründet wurde das Verbot damit, dass der Sänger später auch Konzerte auf der Krim zu geben beabsichtige.
(Hanns-Martin Wietek/russland.ru)