„Unser Kandidat“ – neuer FIFA-Präsident Gianni Infantino will Russisch lernen

Foto: Piotr Drabik CC BY 2.0 via flickrFoto: Piotr Drabik CC BY 2.0 via flickr
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In Russlands offiziellen Fußballkreisen herrscht allgemeine Freude über die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Chef des angeschlagenen Weltverbandes FIFA. Der 45-jährige Italiener gilt als großer Freund Russlands. Er hat sogar versprochen, bis zur WM 2018 Russisch zu lernen.

„Wenn ich FIFA-Präsident werde, lerne ich Russisch, um während der Weltmeisterschaft 2018 Interviews auf Russisch zu geben“, hatte Infantino im Vorfeld der Wahlen erklärt. Da können wir aber gespannt sein, es ist ja nicht mehr allzu lange hin, bis der neue FIFA-Chef seine Sprachkenntnisse unter Beweis stellen kann.

Russland-Besuch schon im April möglich

Zufrieden mit Infantinos Wahl ist jedenfalls Russlands Sportminister Vitali Mutko, der in Personalunion auch Präsident des Fußballverbandes RFS ist. Mutko hatte den europäischen Fußballfunktionär öffentlich unterstützt und sich, wie man sieht, nicht verrechnet. Gegenüber „R-Sport“ sagte Mutko: „Unser Kandidat hat gewonnen, jetzt sind alle gut gelaunt. Infantino kennt sich gut im Fußball aus, hat lange bei der UEFA gearbeitet, wir kennen uns gut. Es hat der Kandidat gewonnen, den wir aktiv unterstützt haben und der ein gutes Verhältnis zu Russland hat. Das ist sehr wichtig für uns.“

Laut Mutko könnte Infantino bereits im April nach Russland kommen: „Er hat uns vor kurzem besucht (…), wir stimmen jetzt die kommende Arbeit ab. Im April findet bei uns eine Sitzung des FIFA-Rates statt, daran nimmt er vielleicht teil; vielleicht besucht er auch eine Reihe anderer Veranstaltungen wie die Auslosung des Konföderations-Cups oder die Vorstellung des Maskottchens – es wird viele Veranstaltungen geben, zu einer wird er sicher kommen.“

Ehrenpräsident Koloskow: „Sich nicht in Frieden wiegen!“

RFS-Ehrenpräsident Wjatscheslaw Koloskow schätzt die Wahl Infantinos in einem Interview für „Sport-Express“ ebenfalls positiv ein, warnt aber vor zu viel Optimismus, was die Versuche angeht, Russland die WM doch noch wegzunehmen: „Beim FIFA-Kongress wurde ein weiteres Mal erklärt, dass die Weltmeisterschaft in Russland stattfindet. Aber unsere Feinde schlafen trotzdem nicht. Deshalb müssen wir uns ruhig und effektiv auf das Turnier vorbereiten und dürfen keinen Anlass zu Kritik geben.“

[sb/russland.RU]