Von der Unmöglichkeit eines Nicht-Putin-Russlands

Foto: Osipov Georgiy Nokka CC BY-SA 3.0Foto: Osipov Georgiy Nokka CC BY-SA 3.0
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In Russland – ähnlich wie in Deutschland – wächst der Zweifel an der Beständigkeit und Dauer der ‚powers that be‘. Die ersten Gedanken richten sich auf ‚die Zeit danach‘. In Europa ist das Bild verbreitet, die Alternative zu Wladimir Putin bestehe vornehmlich aus „fortschrittlichen, demokratischen, liberalen“ Kräften. Mit Übersetzungen von Beiträgen russischer Intellektueller versuchen wir bei DRWN, diesem Irrglauben entgegenzuwirken. Nach dem Interview mit Gleb Pawlowski hier nun ein Beitrag des Politologen Denis Dragunskij, der in der Online-Zeitung Gazeta.ru veröffentlicht wurde.

Erinnern Sie sich an die Geschichte? Ein jüngerer Bruder telefoniert mit dem älteren in einer anderen Stadt: „Hör zu, es gibt schlechte Nachrichten: Dein Lieblingskater ist tot.“ „Was bist du taktlos!“, antwortet der ältere Bruder, „überbringt man so eine schlechte Nachricht? Du musst dich herantasten. Musst sagen: Der Kater ist aufs Dach geklettert. Hat den Halt verloren und ist hinabgefallen. Sie haben ihn zum Tierarzt gebracht und operiert. Jetzt liegt er auf der Intensivstation, sein Zustand ist lebensbedrohlich …. so hätte ich mich mit der Idee anfreunden können, dass er stirbt.“ „Verstehe“, sagt der jüngere Bruder, „hör zu. Es gibt schlechte Nachrichten. Mama ist aufs Dach geklettert …“

Es ist also besser, schlechte Nachrichten rasch und direkt zu überbringen. Ohne um die Ecke zu reden.

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