Weniger deutsche Unternehmen in Russland

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Nach aktuellen Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) hat sich die Anzahl der in Russland tätigen Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung 2015 um sieben Prozent verringert.

Offiziellen Angaben der russischen Steuerbehörde zufolge sind aktuell exakt 5.583 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Russland aktiv. Zum Vergleich: 2014 waren es nach Angaben der russischen Finanzämter und der Registrierungskammer 6.000 Unternehmen.

In dieser Statistik erfasst werden sowohl russische juristische Personen, an denen deutsche Firmen und/oder Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit beteiligt sind (Höhe der Beteiligung irrelevant), die im Einheitlichen Staatlichen Register juristischer Personen aufgeführt sind, als auch Repräsentanzen und Filialen deutscher Unternehmen, die im Staatlichen Register von akkreditierten Filialen und Repräsentanzen ausländischer juristischer Personen erfasst werden. Beide Register werden von der russischen Steuerbehörde (Federalnaja Nalogowaja Sluschba – FNS) geführt. Das Verhältnis zwischen juristischen Personen und Repräsentanzen/Filialen in der Gesamtanzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und liegt bei 90 zu 10.

Die Anzahl russischer juristischer Personen mit deutscher Kapitalbeteiligung hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent verringert. Diese Abnahmetendenz ist allerdings bereits seit einigen Jahren zu beobachten (die AHK Russland führt die Statistik seit 2010).

Viel deutlicher zeigt sich jedoch der Rückgang bei Filialen und Repräsentanzen deutscher Unternehmen in Russland: Gegenüber 2014 hat sich ihre Anzahl aktuell um fast 24 Prozent verringert. Experten der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer weisen darauf hin, dass ein solcher Rückgang auf das neue Akkreditierungsverfahren von Repräsentanzen und Filialen ausländischer juristischer Personen (ab 1. Januar 2015 in Kraft) zurückzuführen sein könnte. Mit Änderungen zum genannten Verfahren wurden Akkreditierungskompetenzen, die vor dem 1. Januar 2015 bei der Staatlichen Registrierungskammer lagen, komplett den Steuerbehörden übertragen. Repräsentanzen und Filialen ausländischer Unternehmen in Russland wurden dadurch im Laufe des Jahres mit zahlreichen Verfahrensschwierigkeiten und unbegründeten Absagen bei der Umregistrierung konfrontiert. Die wichtigsten Ursachen für den Rückgang sind nichtsdestoweniger der Wirtschaftsabschwung in Russland 2014–2015 und die starke Rubelabwertung, die sich deutlich negativ auf das Konsumverhalten der russischen Bevölkerung ausgewirkt hat.

AHK Deutsch-Russische Außenhandelskammer